Mein Kind möchte eine Katze: Fragen und Antworten zur Anschaffung

Anschaffung einer Katze: Fragen, Antworten und Informationen
Anschaffung einer Katze: Fragen, Antworten und Informationen

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sich ein Kind ein Haustier wünscht. Doch da Kinder im Laufe der Zeit sehr sprunghaft sind und sich dann plötzlich nicht mehr für bestimmte Sachen interessieren, sollte dies gut überlegt sein. Deshalb möchten wir euch eine umfassende Checkliste zur Anschaffung einer Katze bieten. Welche Fragen muss ich mir stellen, wenn mein Kind plötzlich eine Katze möchte?

 

Inhalt vom Katzenratgeber: Anschaffung - ja oder nein?

 

Welche Fragen sollten sich Eltern vor der Anschaffung einer Katze stellen?

Wenn das Kind eine Katze als Haustier möchte sollten einige Fragen vorab geklärt werden. Vor allem, wenn es sich um ein Kleinkind handelt. Aber auch Schulkinder und Jugendliche wünschen sich häufig plötzlich eine Katze – einige Aspekte sind jedoch vorab zu klären, um den „Super-GAU“ zu vermeiden.

Grundsätzlich sollte bekannt sein, ob irgendein Familienmitglied gegen Katzen allergisch ist. Denn dann würde die Anschaffung einer solchen keinen Sinn machen. Wenn hierüber Unklarheit besteht, sollte ein Allergietest gemacht werden. Denn: Neben Hausstaubmilbenallergie zählt die Katzenallergie oder auch Katzenhaarallergie zu den häufigsten Innenraumallergien, die auftreten können. Eine solche Überempfindlichkeit gegen Katzen muss nicht erst durch ihre Symptome nachgewiesen werden. Ein schneller Selbsttest vermeidet die unangenehm auftretenden Symptome durch die kleinen „Fellmonster“.

Katzenhaarallergie – was tun?

Man kann eine Katzenhaarallergie selbst testen, dazu gibt es im Internet verschiedene Anbieter, welche einen sogenannten „Tierhaarallergie-Test“ zur Verfügung stellen. Dieser bestimmt die Antikörper gegen Hunde- und Katzenallergene. Eine Desensibilisierung (auch Hyposensibilisierung) gegen Katzen- oder andere Tierhaare ist prinzipiell möglich – so ist es möglich eine Katzenallergie zu behandeln. Diese Anwendung senkt die Empfindlichkeit gegenüber den Allergenen. Zum Niesen und Schnupfen regen jedoch nicht die Haare des Kätzchens an – vielmehr ist die allergische Reaktion einem bestimmten Protein bestimmt, welches sich in den Hautschuppen und im Speichel der Katzen befindet. Bei Katzen-Allergikern lösen die Eiweiße eine Reaktion des Immunsystems aus.

Ist eine Allergie gegen Katzen vorhanden, sollten Eltern sich dieser bewusst sein und entsprechend entscheiden. Eine Hyposensibilisierung gegen die Katzenhaare sollte an dieser Stelle in Erwägung gezogen werden.

Auch sollte man sich selber die Frage stellen, ob man die eigene Wohnung oder auch das Haus artgerecht einrichten kann. Denn natürlich soll sich die Samtpfote in ihrem neuen Zuhause wohlfühlen. Zum Beispiel gilt es zu überlegen, ob ausreichend Platz für einen Kratzbaum, eine Katzentoilette und auch ein Schlafkörbchen vorhanden ist. Außerdem sollten sich die Eltern überlegen, ob sie mit dem Geruch – der zwangsläufig entsteht – zurechtkommen, wenn das Kind eine Katze möchte. Einige Mieter sind mit Haustieren nicht einverstanden, eine solche Konstellation sollte ebenfalls vor der Anschaffung überdacht werden.

Katze im Mietrecht und Mietshaus

Haustiere sind nicht in jedem Mietshaus gern gesehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Hunde, Katzen oder spezielle Spinnen und Schlangen in der Mietwohnung handelt. Aber prinzipiell gilt laut Mietrecht: Es gibt kein Gesetz, was die Anschaffung und Haltung von Tieren in einer Mietswohnung bestimmt – wenn dieses nicht ausdrücklich im Mietvertrag geregelt ist. Der Vermieter muss das Haustier-Verbot begründen. Einschränkungen sind jedoch möglich: sind sogenannte Erlaubnisvorbehalte im Vertrag beinhaltet, müssen die Mieter zunächst Fragen, ob eine Haltung von Haustieren (in diesem Fall Katzen) erlaubt ist.

 

Die wichtigste Frage, wenn es darum geht, ein Kätzchen zu halten

Natürlich sind Kätzchen eine saubere Tierart – trotzdem sind es Tiere. So sollte auch jedes Familienmitglied mit dem Kauf einer Katze einverstanden sein. Auch wenn Katzen weitaus „selbstständiger“ sind als Hunde sollten sie, vor allem in der Anfangszeit, nicht zu lange alleine gelassen werden. Wenn es doch einmal nicht anders geht und die Katze 4 oder 5 Stunden alleine in der Wohnung oder in dem Haus bleiben muss, sollten ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten vorhanden sein, wie zum Beispiel kleine Stoffmäuse oder andere geeignete Spielzeuge. Diese Frage sollte grundsätzlich gestellt werden – ob man ausreichend Zeit hat, sich mit der Katze zu beschäftigen und sie zu pflegen. Die weiteren wichtigsten Fragen sind:

 

Welche Kosten kommen bei der Anschaffung einer Katze auf mich zu?

Bevor eine Katze gekauft oder adoptiert wird, sollte überlegt werden, ob man die anfallenden Kosten tragen kann. Denn neben den einmaligen Anschaffungskosten des Tieres, der Fress- und Trinknäpfe (3 Euro), des Kratzbaums (30 Euro), des Schlafkörbchens (15 Euro) oder auch der Spielsachen, kommen immer mal wieder laufende Kosten auf den Katzenhalter zu. So muss natürlich immer ausreichend Geld vorhanden sein, um Futter und Katzenstreu (bis zu 45 Euro bei einem Einkauf) kaufen zu können. Zudem müssen Freigänger-Katzen auch einmal im Jahr geimpft werden, wofür ungefähr 50 Euro anfallen.

Ein ganz wichtiger Punkt zur Katzenanschaffung, der oft vernachlässigt wird:

Ist das Tier krank, muss es zu einem Tierarzt. (Punkt!) Klingt der Satz noch so banal, rechnen Tierbesitzer häufig nicht mit solchen unerwarteten Ausgaben – und die Kosten sind hoch. Leidet die Katze an einer schweren Krankheit, die jedoch behandelt werden kann, kommen schnell immense Kosten auf den Halter zu – Preise, die nicht immer im Vorhinein erwartet werden.

Wer sein „Fellknäuel“ trotzdem liebt, auch wenn es „etwas“ Geld kosten, bedient sich einer Krankenversicherung für Katzen. Somit sind auch Katzen-OP’s abgedeckt, welche schnell überraschen können – sei es die Not-OP des liebsten Tieres am Wochenende oder eine stationäre Behandlung nach einem chirurgischem Eingriff. Denn nicht jeder hat die Auslage direkt auf dem Konto. Darüber hinaus werden in der Regel bei einer solchen Versicherung auch Impfungen, Wurmkuren, Medikamente und Behandlungen von Ektoparasiten sowie die Zahnsteinentfernung gedeckt.

 

Die Wahl der richtigen Katze

Auch muss gemeinsam mit der ganzen Familie entschieden werden, welche Art Katze es sein soll. Häufig macht es Sinn, sich in dem nächsten Tierheim umzusehen, denn viele Tiernotunterkünfte wissen gar nicht mehr wohin mit den Katzen. Allerdings weiß man dann nicht um die Umstände des Tieres.

Katze oder Kater

Ist entschieden, wo die Samtpfote gekauft oder adoptiert werden soll, gilt es zu überlegen, ob es eine Katze oder ein Kater sein soll. Letztere haben einen kleinen Nachteil – solange sie noch nicht kastriert sind, markieren sie an diversen Stellen in der Wohnung. Aber auch Katzen, die noch nicht sterilisiert wurden, legen zunächst ein gewöhnungsbedürftiges Verhalten an den Tag. So werden sie in regelmäßigen Abständen „rollig“ und wälzen sich über den Boden – dabei machen sie seltsame Geräusche. Ansonsten hängt es einfach von den eigenen Wünschen ab, ob es ein männliches oder weibliches Tier sein soll. Entschieden werden muss jedoch auch, ob die Katze in der Wohnung bleiben soll oder aber auch draußen „herumstreunern“ darf.

Kitten oder Katze

Zudem muss man noch die Wahl treffen, ob man sich ein Kitten oder aber eine bereits ausgewachsene Katze anschafft. Die Anschaffung von Kätzchen oder Kater haben beide ihre Vor- und auch Nachteile. Kleine Katzen sind häufig noch sehr anhänglich und benötigten viel Liebe. Kitten sind jedoch auch noch wilder und stellen noch mehr kleine Dummheiten an, wie zum Beispiel an der Couch kratzen. Und zudem sind sie am Anfang noch nicht stubenrein, sodass es vorkommen kann, dass sie in der Anfangsphase noch ab und zu in die Wohnung machen. Dennoch kann, wenn man eine Katze schon im jungen Alter kauft, eine ganz innige Verbindung aufgebaut werden. Erwachsene Katzen haben den Vorteil, dass sie schon viel selbstständiger sind und im Normalfall nichts mehr beigebracht bekommen müssen. Nachteilig ist hingegen, dass sie dementsprechend nicht mehr so lange leben, wenn sie schon ein gewisses Alter erreicht haben.

 

Welche Erstausstattung ist für Katzen notwendig?

Dazu gehört zum Beispiel: Transportbox, Katzenklo, Kratzbaum, Streu, Futter, usw. – doch was gehört neben den selbstverständlichen Dingen noch zur Grundausstattung einer Katze?

Bevor das Kätzchen angeschafft wird, ob gekauft oder adoptiert, sollte bereits eine Erstausstattung für die Katze vorhanden sein. Hierzu zählen:

  • mehrere Futter- und Wassernäpfe
  • eine Transportbox
  • ein Kratzbaum
  • eine Katzentoilette
  • ein Schlafkörbchen
  • einige Spielzeuge
  • Futter
  • ein Flöhekamm
  • ein Sack Katzenstreu
  • eventuell auch eine Zeckenzange (nur bei Freigängern)

Ideal ist es, wenn die Futter- und Wassernäpfe spülmaschinenfest sind – um sie ideal reinigen zu können. Auch das sollte mit allen Familienmitgliedern abgestimmt werden. Denn nicht jeder möchte sein Geschirr gemeinsam mit dem der Haustiere reinigen. Unter die Näpfe sollte eine wasserdichte Unterlage gelegt werden, um eventuell daneben fallendes Wasser oder auch Futter nicht auf den Boden gelangen zu lassen. Gerade bei Holzfußböden wie Parkett, Laminat oder Dielen kann dies unschöne Flecken hinterlassen. Schön ist auch, wenn etwas Katzengras vorhanden ist, das der Katze bei der Verdauung helfen kann. Alle weiteren Dinge können im Laufe der Zeit immer noch dazugekauft werden. Bei mehreren Tieren ist jedes Zubehör der Erstausstattung einer Katze mindestens mal zwei zu nehmen.

 

Was gibt es sonst noch zu beachten?

Irgendwann kommt häufig der Zeitpunkt, an dem die Katze oder der Kater kastriert werden muss. Denn gerade Freigänger könnten ansonsten ungewollt schwanger werden bzw. andere Katzen schwängern, sodass es zu Nachwuchs käme. Unzählige Würfe sind möglich und gerade bei herumstreunenden Katzen sollte die Population nicht durch Nachlässigkeit bei dem Thema Kastration gesteigert werden. Daher sollte das Thema Kastration in jedem Fall bedacht werden sollte. Und wie oben schon erwähnt, sind viele Tierheime bereits voll und haben keine Kapazitäten mehr für neue Katzen. Dennoch hat eine solche Kastration auch Nachteile, denn wie auch bei Menschen birgt eine Vollnarkoseoperation auch immer ein gewisses Risiko. Nach einer solchen Operation sind viele Tiere aufgrund der Narbe am Bauch sehr empfindlich. Zudem nehmen viele Katzen an Gewicht zu, sobald sie kastriert sind, da sie weniger Drang haben sich zu bewegen. Dem kann man jedoch mit geeignetem Futter und angepasster Futtermenge entgegenwirken.

Auch sollte man sich vor dem Kauf einer Katze informieren, wie diese ideal artgerecht gehalten werden kann, um ihr ein schönes und vor allem gesundes Leben zu gewährleisten. Verzichtet werden sollte zum Beispiel darauf, dass in dem Raum, in dem sich die Katze häufig aufhält, geraucht wird. Katzen haben sehr gute Riechorgane.

 

Eltern sollten beachten, dass der Fall eintreten kann, dass sie sich alleine um das neue Tier kümmern müssen. Auch wenn Tiere Seelentröster bei Scheidungen oder Trennungen sind, gibt es häufig nach kürzerer Zeit die ersten Probleme. Kinder haben oft eigene und kurzfristig-gedachte Vorstellungen, was ein solches „Hobby“ angeht. Dann ist es von Vorteil, wenn das Kätzchen sehr pflegeleicht ist. Ein solches ist die Katze „eigentlich“, die deutlich weniger Arbeit macht als zum Beispiel der Hund. Dennoch gibt es auch hier einige Punkte und Faktoren zu beachten, um dem neuen Familienmitglied ein schönes und zufriedenes Leben zu gewährleisten. Keine Familie sollte leichtgläubig in ein solches Abenteuer stürzen.

 

Checkliste: Kommt die Anschaffung einer Katze für mich in Frage?

Mein Kind möchte plötzlich eine Katze – möchte ich das auch? Geht „in euch“ und seht selbst, ob ein Haustier für euch in Frage kommt – unsere Checkliste hilft:

  • Hat ein Haushaltsmitglied eine Allergie gegen Katzen?
  • Sind alle Familienmitglieder damit einverstanden?
  • Kann ich meine Wohnung für die Tiere entsprechend einrichten?
  • Ist die Haltung von Katzen in meinem Mietshaus erlaubt?
  • Bin ich mit den entstehenden Tierhaaren in der ganzen Wohnung einverstanden?
  • Bin ich mir über laufenden anfallende Kosten bewusst?
  • Bin ich mir über die entstehenden außergewöhnlichen Kosten bewusst?

Wenn alles passt, steht der Katzenanschaffung nichts im Wege. Sollten einzelne Fragen unbeantwortet bleiben, gilt es diese vor der Anschaffung einer Katze zu klären. Dazu gehört auch der Fall was ist, wenn das Tierheim voll ist und niemand die Katze nehmen möchte (nicht unwahrscheinlich!). Daher wichtig: erst denken, dann zulegen. Der Grund: „das Kind möchte eine Katze“ ist falsch, denn auch die Eltern müssen das unbedingt wollen und sich der damit einhergehenden Verantwortung und den Pflichten bewusst sein!

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