Verkehrssicherheit und Fahrradsicherheit für Kinder

Verkehrssicherheit und Fahrradsicherheit bei Kindern beim Fahrradfahren

Ein Radausflug mit der ganzen Familie ist gerade für die Kleinsten etwas Besonderes: gemeinsam auf Abenteuertour, die Natur erkunden und dann noch mit eigener Kraft. Aktive Eltern wollen den Nachwuchs natürlich so früh wie möglich in solche Aktivitäten mit einbinden und die Bewegung fördern. Doch dafür gilt es sich gut zu informieren, wie man seine Kinder an das Thema „rund ums Rad“ heranführt und was es alles zu beachten gilt um die Verkehrssicherheit und Fahrradsicherheit zu gewährleisten.

 

Verkehrssicherheit mit dem Fahrrad

Die wichtigsten Straßenverkehrsregeln sollten von Kindern und Eltern stets eingehalten werden, doch sind die Inhalte der Straßenverkehrs-Ordnung (StVo) nicht immer transparent und allen bekannt. Fragen, wie:

  • bis zu welchem Alter dürfen Kinder auf dem Gehweg fahren?
  • gibt es vom Gesetzgeber eine vorgeschriebene Ausstattung für das Fahrrad?
  • besteht eine Helmpflicht?

tauchen immer wieder auf, obwohl sie genau geregelt sind und im Verkehrsrecht entsprechend behandelt werden. Für eine ausreichende Fahrradsicherheit möchten wir euch in folgendem Ratgeber wertvolle Tipps geben.

 

Der Nachwuchs als Co-Pilot

Nur weil die Kinder noch nicht selber fahren können, muss nicht auf gemeinsame Touren mit dem Fahrrad verzichtet werden! Mittlerweile haben die Eltern heutzutage viel mehr Möglichkeiten als nur den altbekannten Kindersitz, um ihre Kleinen mit dem Rad mitzunehmen. Dennoch ist der Kindersitz nach wie vor sehr beliebt. Dieser kann recht variabel auf dem Fahrrad untergebracht werden, etwa auf dem Gepäckträger oder auch auf dem Oberholm vor dem Fahrer. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, beispielsweise können Kinder im Frontsitz besser mit dem Fahrer kommunizieren und haben auch einfach einen besseren Überblick. Der Gepäckträgersitz hingegen punktet laut ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) mit mehr Sicherheit bei einem Unfall.

Eine sehr interessante Alternative sind Anhänger, die hinten am Fahrrad befestigt werden und den Nachwuchs quasi als Anhängsel befördern. Diese Fahrradanhänger sind nicht nur für längere Touren die womöglich bessere Alternative, sondern auch die weitaus bequemere – zumindest für die Kinder. So können die Steppkes es sich während der Fahrt bei Wind und Wetter bequem machen und im Doppelpack sich dabei sogar unterhalten. Längere Zeit in Vergessenheit geraten, sind Lastenfahrräder in den letzten Jahren groß im Kommen – vor allem in Großstädten. Schon seit 1984 bieten solche Räder die Möglichkeit, Kinder – oder eben auch Einkäufe – in einer festen Box zwischen Hinter- und Vorderrad, sicher zu transportieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man sieht seine Kinder, kann mit ihnen kommunizieren und das Gefährt ist insgesamt deutlich stabiler.

 

Jetzt heißt es „selber strampeln“

Ab dem siebten Lebensalter darf – laut Gesetzgeber – der Nachwuchs selbst in die Pedale treten. Doch der Wechsel vom Gepäckträger der Eltern zum ersten selbstständigen Fahren geht nicht von alleine: die Kinder müssen erst einmal Fahrradfahren lernen! Eine wichtige Übungsfunktion übernehmen Laufräder, die dann von Spielrädern abgelöst werden. Diese Spielräder verfügen zwar über keine verkehrstaugliche Ausstattung, sind allerdings auch nur dafür vorgesehen, auf dem Gehweg die ersten „Schritte“ zu wagen.

Können die kleinen Radfahrer schließlich endlich mitfahren, sollten Eltern Folgendes bzgl. der Straßenverkehrs-Ordnung beachten: bis zum Alter von 8 Jahren müssen Kinder auch mit einem verkehrssicheren Fahrrad den Gehweg benutzen, bis 10 Jahre dürfen sie dort fahren. Diese Regelung der StVo bringt die Eltern in den Konflikt, wo sie am besten fahren, um schnellstmöglich eingreifen zu können, aber auch verkehrskonform unterwegs zu sein.

 

Nicht nur ein Accessoires – der Helm

Der Gesetzgeber hat nach wie vor keine Helmpflicht vorgeschrieben, jedoch sollte es für alle Eltern eine Selbstverständlichkeit sein, ihre Kinder mit einem passenden Helm zu schützen. Am besten gehen die Eltern mit gutem Beispiel voran. Ein Helm kann erst einmal gewöhnungsbedürftig sein und muss sich für den optimalen Schutz und Tragekomfort genau an die Kopfform des Kindes anpassen lassen. Daher sollten Eltern immer zusammen mit den Kindern zum Kauf gehen und vor Ort mehrere Modelle durchtesten. Dies kann eine ganze Weile dauern, aber lohnt den Aufwand allemal. Denn passt der Helm nicht richtig, kann das dem Nachwuchs nicht nur das Radfahren verleiden, sondern im Falle eines Unfalls schlimme Konsequenzen haben. Wichtig dabei sind verstellbare, breite und gepolsterte Riemen sowie ausreichend Einstellmöglichkeiten, wie zum Beispiel ein Drehrad. Auch Reflektoren für eine bessere Sichtbarkeit im Dunkeln sind sinnvoll.

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