Wilde Tiere im Garten: Was tun gegen Fuchs, Marder, Wildschwein und Co?

Wilde Tiere im Garten: Steinmarder
Wilde Tiere im Garten: Was tun gegen Steinmarder und Co?

Während es in ländlichen Gebieten normal ist, sind Begegnungen mit Füchsen, Steinmardern, Waschbären, Wildkaninchen, Rehen oder gar Wildschweinen in Städten neu, aber ebenso nichts Ungewöhnliches mehr. Aus verschiedenen Gründen besiedeln Wildtiere seit Jahrzehnten den urbanen Raum. Doch führen die wilden Tiere in Garten oder gar Haus zu Ängsten und Ärgernissen, wenn diese den Rasen umwühlen oder durch die Katzenklappe in die Wohnung gelangen.

 

Wildtiere im Garten: warum es sie auch in die Stadt zieht.

Eigentlich behalten wilde Tiere ihre natürliche Schau vor Menschen. Trotzdem sind Städte attraktive Orte für sie, denn es gibt viele Verstecke, Grünflächen, Parks, Brachland und vor allem: genug zu fressen. Während die Menschen Wildtieren ihren natürlichen Lebensraum mehr und mehr nehmen, erweitern diese einfach ihren Radius bei der Nahrungssuche: Mülltonne, Kompost oder Gartenbeet bieten viele Köstlichkeiten. Folglich findet nicht jeder possierlich, wenn Fuchs, Marder, Wildschwein, Waschbär oder Maulwurf in seinem Garten Unwesen treiben. Doch welche Möglichkeiten gibt es, etwas gegen diese Ärgernisse zu unternehmen? Was können wir tun gegen wilde Tiere im Garten?

 

Fuchs im Garten

Füchse haben sich an den Trubel in der Stadt gewöhnt und besitzen nur noch eine geringe Fluchtdistanz gegenüber Menschen, wie auch ihren Haustieren. Sie erbeuten Kleinsäuger wie Mäuse und Ratten, Insekten und gelten damit als natürliche „Schädlingsbekämpfer“. Da die Jagt im befriedeten Bereich nicht gestattet ist, zieht es sie auch in dicht besiedelte Stadtbereiche, Wohngebiete und Gärten. Da sich ein Fuchs auch unterhalb von Zäunen durchzwängen kann und über Mauern hinweg klettert, ist es schwierig diese Tiere von Grundstücken fernzuhalten. Die beste Möglichkeit Füchse aus dem Garten zu vertreiben ist es, laut dem von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung herausgegebenen Blatt „Der Fuchs“, Mülltonnen geschlossen zu halten und alle frei verfügbaren Nahrungsquellen (Vogelfutter, Hundefutter, Katzenfutter oder Essensreste) zu entfernen.

 

Marder im Garten

Niemand möchte wilde Tiere im Garten haben. Doch ernähren sich Marder von Fallobst, Würmern, Insekten und halten Menschen Ratten und Mäuse vom Leib. Erst wenn sie Dämmmaterial zerfetzen, das Auto lahmlegen oder Anwohnern den Schlaf rauben, werden sie ernsthaft zu ungebetenen Gästen. An Fahrzeugen treten insbesondere im Frühjahr vor der Paarungszeit Marderschäden auf. Das passiert, wenn diese aggressiv auf die Duftspur von Rivalen reagieren. Dann beißen sie gern in Kühlschläuche oder Zündkabel. Doch gelangen Steinmarder auch gern ins Haus – häufig in Dachböden. Sie dort dauerhaft herauszubekommen ist nicht einfach, deshalb erfährt man hier, wie man einen Marder vertreibt.

 

Wildschwein im Garten

Wildschweine aus dem Garten fernzuhalten ist schwierig, da sie sehr lernfähig sind. Vermehrt halten sie sich auch in den Randbereichen von Städten auf. Besonders die warme Jahreszeit lockt Wildschweine in die Gärten von Stadtbewohnern, da sie hier leichter Nahrung als im Wald finden. Dabei graben sie mit ihren kräftigen Rüsseln im Boden und reißen mitunter auch Zäune um. Vor allem Kompost und Gartenabfälle locken diese Wildtiere an. Die ansässige Jagdbehörde des Landes oder die jeweiligen Forstämter gelten als die besten Ansprechpartner bei Problemen mit Wild. Einige Städte bieten auch eine Wildtierberatung an, wie das Wildtiertelefon des NABU Berlin. Bei Gefahr sollte die Polizei eingeschaltet werden.

 

Waschbären im Garten

Waschbären nehmen ähnlich wie Marder gern Dachböden oder Gartenlauben als ruhige Rückzugsorte an. Auch bei diesen Wildtieren gilt es zunächst das Nahrungsangebot im Garten so gering wie nur möglich zu halten. Ein Jäger kann dabei helfen, die Tiere einzufangen, wenn diese zu einer Plage werden.

 

Maulwürfe im Garten

Maulwürfe sind insbesondere für Hobbygärtner ein Graus. Mit ihren Maulwurfshügeln verunzieren sie den Rasen, gleichwohl sie auch den Boden im Garten durchlüften und Schädlinge beseitigen. Gegen eine Maulwurf-Plage helfen vor allem Geräusche – klappernde Windräder oder moderne Ultraschallgeräte sind den wilden Tieren ein Schrecken. Da sie unter Naturschutz stehen darf man sie in keinem Fall fangen. Ebenso sind Lebendfallen nicht anzuwenden, da die Tiere wegen Stress oder Unterkühlung verenden können.

 

Tipp: Für viele Tiere wie Feldhasen oder Füchse sind Hecken ein guter Lebensraum oder Schutz vor Wind und Wetter. Wer diese Tiere nicht in seinem Grundstück möchte, sollte den Heckenschnitt in der Hauptsaison der Wildtiere durchführen.

 

In vielen Fällen reicht es aus, ein paar kleine Tricks anzuwenden, um mit den tierischen Besuchern auszukommen und Fressschäden oder Wildverbiss zu vermeiden. Totholzhaufen und Steinmauern bieten wilden Tieren Schutz. Ebenso trifft das auf Öffnungen zu, welche einen Zugang zur Gartenlaube, Scheune oder dem Dachboden beziehungsweise Keller ermöglichen. In erster Linie sollten jedoch Nahrungsquellen rar gehalten werden – vor allem Essensreste haben nichts im Garten verloren. Auch Hunde halten Waldtiere wie Rehe fern.

Foto-Urheberrecht:
© Rudmer Zwerver creativenature/123RF

You Might Also Like