1. Trimester: Das erste Drittel der Schwangerschaft

1. Trimester / 1. Trimenon: erste Schwangerschaftswochen
1. Trimester / 1. Trimenon: erste Schwangerschaftswochen

Dieser Beitrag gibt dir Einblicke, wie das erste Drittel der Schwangerschaft verläuft. Die Informationen zum 1. Trimester sind pro Schwangerschaftswoche (SSW) kurz zusammengefasst.

 

Die ersten Schwangerschaftswochen

Nach der Zeit des Wartens und Hibbelns ist es endlich soweit und der Schwangerschaftstest bestätigt die Vermutung endlich schwanger zu sein. Der vorausgegangene Babywunsch erfüllt sich endlich. Doch was sind die ersten Schritte in den ersten Schwangerschaftswochen? Zunächst ist es wichtig, eine Erstuntersuchung (Ersttermin) zu vereinbaren, bei welcher die Blutwerte, der allgemeine Gesundheitszustand sowie wichtige Erledigungen während der Schwangerschaft geklärt werden. Danach beginnt die Vorfreude auf den Geburtstermin des Babys. Diesen kannst du mit unserem SSW-Rechner ermitteln.

Eine Schwangerschaft wird in drei Abschnitte mit jeweils drei Monaten unterteilt. Im Fachjargon werden die  Monatsabschnitte als Trimenon oder Trimester bezeichnet. Im ersten Drittel der Schwangerschaft stellt sich der Körper der werdenden Mutter  hormonell sehr stark um, oft treten währenddessen starke Übelkeit und Stimmungsschwankungen als Begleiterscheinungen auf. Keine Sorge, im weiteren Verlauf der Schwangerschaft legt sich das wieder. Gerade im ersten Trimester entwickelt sich das Ungeborene rasant schnell. Was passiert in  den ersten Schwangerschaftswochen und nach der Einnistung?  Was ist im ersten Schwangerschaftsdrittel zu beachten?

 

1. Schwangerschaftswoche (1. SSW) – noch nicht schwanger

Der erste Tag der letzten Periode ist rein rechnerisch der Beginn der Schwangerschaft und symbolisiert die 1. Schwangerschaftswoche. Die eigentliche Befruchtung der Eizelle findet erst zwei Wochen vor der nächsten Periode statt, wenn die  Frau ihren Eisprung hat.

 

2. Schwangerschaftswoche (2. SSW) – noch nicht schwanger

In der 2. Schwangerschaftswoche gibt es gegenüber dem Beginn der Schwangerschaft keine Veränderung.  Da die Befruchtung noch nicht stattgefunden hat, liegt noch keine Schwangerschaft vor. Die ersten Schwangerschaftswochen stehen jedoch unmittelbar bevor.

 

3. Schwangerschaftswoche (3. SSW) – die Befruchtung

Die Befruchtung schließt in der 3. Schwangerschaftswoche ab, da sich Eizelle und Samenzelle vereint haben. Gentechnische Merkmale wie z. B. das Geschlecht und die Augenfarbe stehen zu diesem Zeitpunkt schon fest. Die werdende Mutter sollte in dieser Entwicklungsphase zusätzlich als Nahrungsergänzungsmittel Folsäure einnehmen, da die empfohlene Menge nicht über die Nahrung allein aufgenommen werden kann. Die Säure unterstützt die Zellteilung des Ungeborenen, die Blutbildung, die Entwicklung des Gehirns und beugt einen „Offenen Rücken“ (Fehlbildung des Rückenmarks und der Wirbelsäule) vor. Außerdem begünstigt die Einnahme von Folsäure die Vorbeugung einer Fehlgeburt.

 

4. Schwangerschaftswoche (4. SSW) – das Einnisten

In den anfänglichen Wochen einer Schwangerschaft geht es  bei der Entwicklung  des Ungeborenen um Alles oder Nichts. Sind die Zellen des Embryos zu stark geschädigt, stößt die Gebärmutter die befruchtete Eizelle ab und es kommt zu einer Fehlgeburt, Ist alles in Ordnung nistet sich das Ungeborene in der Gebärmutter ein. Durch das Zusammenwachsen von mütterlichen und kindlichen Gewebe kann es ab der 4. Schwangerschaftswoche zu einer leichten Einnistungsblutung kommen. Hierbei ist die Rede von einer Schmierblutung ab dem ersten Monat, welche maximal zwei bis drei Tage andauert.

 

5. Schwangerschaftswoche (5. SSW) – der Schwangerschaftstest

Das zentrale Nervensystem und das Skelett des Ungeborenen bilden sich aus, der Embryo ist in der 5. Schwangerschaftswoche ca. 2 Millimeter groß. Erste Vermutungen können sich durch einen Schwangerschaftstest aus der Apotheke oder Drogerie bestätigen oder entkräften lassen. Ist der Test positiv, sollte im Anschluss ein Termin für die Erstuntersuchung beim Gynäkologe vereinbart werden, dieser berechnet dann auf Basis der letzten Regelblutung den Geburtstermin.

 

6. Schwangerschaftswoche (6. SSW)  – die hormonelle Umstellung des Körpers

Das Ungeborene macht sich ab der 6. Schwangerschaftswoche bereits bemerkbar. Mögliche Symptome sind: das Ausbleiben der Regel, ein Ziehen und Spannen der Brüste, morgendliche Übelkeit, erhöhte Müdigkeit, plötzlich auftretende Stimmungsschwankungen und möglicherweise ein  Ziehen im Unterbauch.  Auch ist bekannt, dass ein gesteigerter Appetit oder eine plötzliche Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel erste Anzeichen für  eine Schwangerschaft sein können.

 

7. Schwangerschaftswoche (7. SSW) – die Erfordernis von Ruhephasen

Das Ungeborene nimmt Gestalt an, die Hände und Füße sind als kleine Plättchen in der 7. Schwangerschaftswoche erkennbar, die Herzkammern haben sich gebildet, Augen und Nasenlöcher sind entstanden und der Verdauungstrakt, das Rückenmark und Gehirn bilden sich weiter aus. Die Schwangerschaftssymptome der werdenden Mutter sind meist unverändert. Da die Schwangerschaft die Immunabwehr schwächt, gilt es einen Gang zurück zu schalten und auf gesunde Ernährung zu achten.

 

8.  Schwangerschaftswoche (8. SSW) – der Hormonspiegel fährt Achterbahn

Die 1 Zentimeter Grenze ist in der 8. Schwangerschaftswoche geknackt, die Größe des Ungeborenen ist mit einer Weintraube vergleichbar. Der Hormonpegel fährt Achterbahn, es kann vermehrt zu Stimmungsschwankungen kommen. Das Gefühlschaos lässt sich besser bewältigen, wenn man es in Worte fasst und darüber spricht. Ein guter Ratgeber ist auch eine Hebamme, langsam sollte begonnen werden nach einer Geeigneten zu suchen, hier empfiehlt es sich auch auf bestehende Kontakte von Freundinnen und Bekannten, die bereits schon Mutter sind, zurück zu greifen. Spätestens bis zur 15. SSW sollte die Suche abgeschlossen sein.

 

9. Schwangerschaftswoche (9. SSW) – die 1. Ultraschalluntersuchung

Die erste Ultraschalluntersuchung steht ab der 9. Schwangerschaftswoche an, die werdenden Eltern können ihr Baby erstmals sehen; Bewegungen des Embryos sind erkennbar. Wer aus zeitlichen Gründen diese Untersuchung in der 9. SSW nicht wahrnehmen kann, der  hat noch Zeit sich bis zur 12. Schwangerschaftswoche um einen Termin zu kümmern. Der Arzt untersucht bei dieser mit dem Ultraschallgerät die Position des Babys in der Gebärmutter, den Herzschlag und die Größe. Die Embryonalperiode ist fast abgeschlossen. Wer sich an den Ratschlag hält bis zur 12. Woche die Schwangerschaft nicht öffentlich kund zu geben, kann das bis dahin noch gut verheimlichen. Das Körpergewicht im 1. Trimester der Schwangerschaft steigt um zwei bis drei Kilo. Optisch ist noch kein Babybauch zu erkennen.

 

10. Schwangerschaftswoche (10. SSW) –  ab jetzt heißt der Embryo Fötus

Die Organe und alle Körperteile des Ungeborenen Fötus sind ab der 10. Schwangerschaftswoche fertig ausgebildet, sie wachsen und reifen von nun an nur noch und werden ergänzt um Details wie Flaumhaare und Fingernägel. Die Gebärmutter wächst in der 10. SSW, um mehr Platz für das Baby zu schaffen. Ab nun werden häufige Toilettengänge zur Regel, bedingt dadurch, dass die Gebärmutter auf die Blase drückt. Oft haben in dieser Schwangerschaftsphase werdende Mütter außerdem mit einem sensibilisierten Geruchssinn zu kämpfen, Gänge in die Öffentlichkeit werden zum Spießrutenlauf. Bestimmte Gerüche wie z. B. von frischem Obst wirken auf einmal besonders anziehend. Auch verändert sich zum Teil das Hautbild und es treten ziehende Schmerzen im Unterleib auf. Letzteres ist bedingt durch das Dehnen der Mutterbänder, darunter sind die stabilisierenden Bänder in der Gebärmutter zu verstehen.

 

11. Schwangerschaftswoche (11. SSW)- der Beginn für Pränataldiagnostik

Der Begriff Pränataldiagnostik (vorgeburtliche Diagnostik) wird ab der 11. Schwangerschaftswoche interessant und umschreibt die Durchführung von verschiedenen Tests, welche gezielt nach Hinweisen auf genetische Erkrankungen beim Ungeborenen Fötus suchen. Die Ergebnisse sind nur eine Risikoeinschätzung und keine endgültige Diagnose. Die werdenden Eltern müssen für sich entscheiden, ob Sie eine Nackenfaltenmessung, einen Ersttrimester-Bluttest, eine Chorionzottenbiopsie, eine Fruchtwasseruntersuchung (erst möglich ab der 14. Schwangerschaftswoche) oder einen Tripletest durchführen lassen. Bei der Entscheidungsfindung sollte immer der Nutzen und das Risiko für die werdende Mutter und das ungeborene Kind abgewogen werden.

 

12. Schwangerschaftswoche (12. SSW) – die Verkündung der frohen Botschaft

Die Entwicklung des Ungeborenen schreitet immer weiter voran, es ist in der 12. Schwangerschaftswoche ca. 5 bis 5,8 Zentimeter groß und wiegt 14 Gramm. Das Baby beginnt nun Fruchtwasser zu schlucken und hat dadurch auch manchmal Schluckauf. Außerdem fängt es an zu gähnen, um sein Zwerchfell zu trainieren. Die werdende Mutter kann beginnen  sich langsam kleinere Vorräte an Umstandsmode zu beschaffen. Wer bei der Gelegenheit gleich geschlechtsspezifische Babyartikel (Mädchen-rosa/Junge –blau) kaufen möchte, der muss sich noch ein wenig gedulden. Das Geschlecht ist erst ab der 15. Schwangerschaftswoche erkennbar. In der letzten Woche des 1. Trimesters lässt dann zum Glück die Übelkeit nach. Das Schweigen über die freudige Nachricht hat nun auch ein Ende. Die werdenden Eltern können es jetzt Familie, Freunden, Bekannten und natürlich auch dem Arbeitgeber sagen.

 

Tipps für das erste Trimester

Die hormonelle Umstellung ist für den Körper einer Frau in den ersten Schwangerschaftswochen enorm. Es heißt nun sich zu entspannen und verwöhnen lassen. Hilfreich für Körper und Seele ist ein regelmäßiges entspannendes Bad. Natürlich sollte die werdende Mama bereits ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel möglichst gesund leben und auf Alkohol und Zigaretten verzichten.

Der Schwangerschafts erste Wochen bringen leider auch unangenehme Begleiterscheinungen mit sich: gegen Morgenübelkeit hilft ein kleiner Happen, welcher direkt noch im Liegen eingenommen wird – Kekse, Zwieback oder Brot, dazu ein Tee. Allgemein hilft gegen Schwangerschaftsübelkeit eine regelmäßige Nahrungsaufnahme in kleinen Mengen. Gegen Verstopfung und Blähungen hilft vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Weißmehlprodukte und Süßigkeiten hingegen unterstützen das Unwohlsein.

Unter Umständen sind Frauen im 1. Trimenon besonders müde. Viel Bewegung an der frischen Luft und ausgedehnte Spaziergänge helfen dabei, in den ersten Monaten der Schwangerschaft wach zu bleiben.

Sorgen, Ängste und Probleme sollten bereits in den ersten Schwangerschaftswochen besprochen werden: der Frauenarzt, die Mutter oder eine gute Freund sind die besten Anlaufstellen.

 


 

Das erste Trimester unserer Schwangerschaft liegt nun hinter uns und das zweite Drittel beginnt.

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