Trading für Jugendliche: Teenies lernen es jetzt mit dieser App

Smartphone-Trading: App für Jugendliche
Smartphone-Trading: App für Jugendliche

Denken Eltern an ihren ersten Nebenjob zurück, schwelgen sie häufig in Erinnerungen vom Tellerspülen, Rasenmähen oder sogar Hemdenbügeln. Und wenn ihr Nachwuchs dann neben der Schule seine erste Nebentätigkeit aufgreift, ist das meistens Kellnern in einer Bar oder Klamotten falten bei H&M. Die wenigsten sehen ihren Spross wohl an der Börse, wie er Vermögen platziert, Aktien kauft und verkauft und in Devisen investiert. Und doch rückt das Traden an der Börse als Zeitvertreib oder Nebenverdienst für viele Teenies in immer greifbarere Nähe. Sie finden Gefallen an der Welt der Zahlen und ebenso interessanten Chancen wie verheerenden Risiken. Bevor sie jedoch ihr Taschengeld verpulvern und ihr Sparschwein schlachten müssen, hilft ihnen nun eine App, erste Schritte auf dem Geldmarkt zu wagen.

 

Die App für Aktien

Der Coup stammt aus dem Hause Fintech und soll nach Angaben des Herstellers Jugendliche Schritt für Schritt an das Thema Trading heranführen. Schließlich ist in Zeiten des wankelmütigen Arbeitsmarktes oft nicht sicher, dass junge Menschen nach Ende ihrer Ausbildung eine unbefristete Anstellung erhalten. Der Aktienmarkt kann deshalb durchaus eine interessante Alternative sein, Einkommenslücken auszugleichen und verdientes Vermögen für sich arbeiten zu lassen. Ausgedacht hat sich diese Applikation der Holländer Nick Bortot. Mit 43 Jahren gründete er 2016 die App „Bux“, die ihren einprägsamen Namen zum Programm gemacht hat: Die jungen Leute sollen lernen, mit der Investition von Geldsummen umzugehen und smarte Entscheidungen zu treffen.

 

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Gerade für Jugendliche, die sich in der Regel wenig im Finanzwesen auskennen, ist die Welt der astronomischen Summen und traumhaften Gewinne verlockend. Sie sehen Aktien als eine schnelle Geldquelle, die überschaubare Risiken birgt – und genau darin liegt die Gefahr. Sie lassen sich von der Aussicht auf das große Geld blenden und steigen bei einem Broker ein, der sie nur ausnutzen und ihre Taschen leeren möchte. Oder sie informieren sich nur oberflächlich und fahren dann mit einer unausgereiften Strategie an die Wand. Dabei ist Börsenwissen das A und O auf dem Aktienmarkt. Zum Beispiel sollte man sich eine CCI Indikator Erklärung durchgelesen haben, bevor man ernsthaft mit dem Trading einsteigt. Genau solche Fehler möchte Bortot nun mit „Bux“ vermeiden.

 

Finanzen werden Thema Nummer Eins

Ein noch gravierenderes Problem als das Unwissen ist ein vorherrschendes Desinteresse am Finanzmarkt in der Zielgruppe der 22- bis 25-Jährigen. In der Regel besitzt diese Altersklasse gerade mal ein Girokonto und kommt nicht auf den Gedanken, ein Sparkonto anzulegen. Und selbst wer ein Festgeldkonto besitzt und auf dieses gelegentlich Geld einzahlt, setzt sich nur selten mit weiterführender Geldanlage ein. Nur elf Prozent dieser Altersgruppe verfügen über ein Wertpapierdepot. Dadurch entgeht den jungen Leuten eine große Chance: Im Niedrigzinsumfeld ist die Lage besonders günstig für eine Investition in Aktien, die sich richtig rentieren kann. Und gerade in diesem Alter sind viele noch Studenten und haben wenig Zeit für einen Nebenjob. Ein zusätzliches Einkommen, für das man nicht neben der Vorlesung noch Stunden im Büro abfristen muss, käme da nur gelegen. Dennoch sind es auch in den vergangenen Jahren eher millionenschwere Investoren gewesen, welche die Regelung der EZB ausgenutzt und ihre Anlagen für sich haben arbeiten lassen.

 

Traden wird zum Spiel

Auf Jugendliche, welche sich per se nicht für Finanzen und den Finanzmarkt interessieren, kann das Thema Geldanlage dröge wirken. Deshalb hat Bortot es sich zur Aufgabe gemacht, ihnen mit seiner App die Prinzipien spielerisch und leicht verständlich zu erklären und Unerfahrenen zu ermöglichen, die Aktienwelt vorsichtig zu erkunden, bevor sie richtig einsteigen. Auch deshalb hat die App auf den ersten Blick große Ähnlichkeiten mit einer Spiel- oder Messenger-App. Denn Trading ist in diesem Fall kein Einzelsport: Der angehende Trader kann sich dabei mit Freunden austauschen und sogar mit ihnen wetteifern, was auch das Vergnügen an der Sache deutlich steigert. Damit man sich dann doch ernst mit seinen Erfolgen und Misserfolgen auseinandersetzen kann, kreiert Bux nebenbei eine Statistik, anhand derer ersichtlich wird, wie die vergangenen Investitionen für den Nutzer ausgegangen sind.

 

Aus Spiel wird Ernst

Die ersten Schritte in der Börsenwelt geht der junge Trader mit Fake-Geld – er ist noch viel zu unerfahren, um sein tatsächliches Vermögen aufs Spiel zu setzen und möglicherweise zu verlieren. Doch wenn er einige Erfahrung gesammelt hat, ist es ihm erlaubt, auch echtes Geld einzusetzen und möglicherweise zu vermehren. Hilfreich sind dabei auch die app-eigenen Foren, die Informationen zu Themen rund um den Finanzmarkt bieten. Dennoch sollten Jugendliche für das Risiko sensibilisiert werden, das mit echter Geldanlage einhergeht. Der Aktienmarkt ist ausgesprochen wankelmütig und so etwas wie eine sichere Sache gibt es nicht. Manche Experten vergleichen Geschäfte wie die Differenzkontrakte sogar mit Glücksspiel.

Letztendlich ist „Bux“ eine sehr gute Methode, um sich in der Welt der Aktien zurechtzufinden und erste Ahnungen von ihr zu entwickeln. Beschäftigt man sich ernsthafter mit dem Thema, sollte man sich unbedingt ausführlich mit den Risiken auseinandersetzen, um nicht in eine Falle zu tappen.

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