Familie und Pflege von Eltern oder Großeltern unter einen Hut bekommen

Es geschieht immer dann, wenn es nicht in den eigenen Alltag passt: ein Familienmitglied wird krank und benötigt Unterstützung und Hilfe. Um selbst nicht in dem Chaos aus eigenem Familien- und Arbeitsleben unterzugehen, wird händeringend nach Möglichkeiten zur Entlastung bei der Pflege des Elternteils oder von Oma und Opa gesucht. Sofern sich mehrere Familienmitglieder gleichzeitig um die Pflege kümmern, kann eine Art Dienstplan bei der Organisation helfen. Sofern nämlich gemeinsam die Aufgaben verteilt und die Einsatzzeiten geplant werden, lassen sich Diskussionen und Streitigkeiten vermeiden. Vergessen werden sollte dabei aber nicht, auch für den Fall vorzusorgen, dass ein Familienmitglied wegen Krankheit oder wichtigen Terminen vertreten werden muss.

Kurse für pflegende Angehörige

Die Pflege eines Angehörigen kann psychisch sowie körperlich anstrengend sein und geht mit einer großen Verantwortung einher. Oft wissen Familienmitglieder nicht, was sie bei der Versorgung und Pflege alles beachten müssen und welche finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen werden kann. Aus diesem Grund bieten alle Pflegekassen Kurse für pflegende Angehörige an, die auf die praktische Umsetzung der Pflege vorbereiten und auch Beratungsgespräche beinhalten.

Die Pflegekurse wurden eingeführt, um die häusliche Pflege zu unterstützen. Den Pflegekassen kostet eine Pflege durch Angehörige weitaus weniger als bei der Unterbringung im Pflegeheim, weshalb auch die Kurse für pflegende Angehörige in der Regel kostenlos sind. Die Angehörigen erlernen die wichtigsten Handgriffe in der Pflege sowie einige Tricks, die ihnen und dem Pflegebedürftigen den Alltag erleichtern. Nicht zuletzt dienen die Kurse auch dem Erhalt eines möglichst hohen Pflegestandards.

Liefer- und Bringdienste

Für fast nahezu alle Dinge des täglichen Lebens gibt es mittlerweile Bring- oder Lieferdienste. Selbst Lebensmittel werden inzwischen häufig direkt bis in die Wohnung geliefert. Die Apotheke liefert benötigte Medikamente, Getränkemärkte holen bei Lieferung der gewünschten Getränke auch das Leergut ab und auch einige Wäschereien bieten derartige Abhol- und Bringservices an. Der in diesem Zusammenhang bekannteste Lieferdienst ist jedoch das sogenannte „Essen auf Rädern“. Viele Anbieter der mobilen Menüdienste bieten frisch zubereitete und seniorengerechte Speisen an, die pünktlich zur vereinbarten Zeit warm angeliefert werden. Wer selbst eine Familie zu versorgen hat oder im Arbeitsleben steht, findet bei diesen Diensten ein wenig Entlastung bei der Pflege von Angehörigen.

Auszeiten bei Erschöpfung

Angehörige, die dauerhaft die Pflege übernehmen, sollten sich regelmäßig eine Auszeit gönnen, um wieder zu Kräften zu kommen. In Betracht kommt neben eines Urlaubes vielleicht sogar eine Reha-Maßnahme, sofern die eigene Gesundheit durch die Pflegebelastung gefährdet ist. Mittlerweile ist es sogar möglich, den Pflegebedürftigen mit in die Reha-Klinik zu nehmen. Sollte dies nicht der Fall sein, kann während dieser Auszeit eine Ersatzpflege Vertretung leisten. Dies wird von einem ambulanten Pflegedienst im Rahmen der häuslichen Pflege oder aber stationär in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung übernommen. Zu prüfen sind vorher die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen.

Sollten sich aber auch nach Auszeiten und allen in Anspruch genommenen Hilfeleistungen noch immer Erschöpfungszustände und vielleicht sogar gesundheitliche Beeinträchtigungen bemerkbar machen, muss über eine andere Form der Pflege nachgedacht werden. Auch im Rahmen der häuslichen Pflege gibt es Pflegekonzepte wie die 24 Stunden Betreuung, die gleichzeitig eine hauswirtschaftliche und grundpflegerische Versorgung gewährleisten.

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