Pap-Test: Krebsfrüherkennung durch Vorsorgeuntersuchung und den Pap-Befund

Gebärmutterhalskrebs ist weit verbreitet und jedes Jahr erkranken besonders Frauen zwischen dem 25. und 55. Lebensjahr daran. Gerade deshalb ist die Vorsorgeuntersuchung so wichtig, um mögliche Vorstufen frühzeitig zu erkennen. Im Gegensatz zum Gebärmutterkrebs oder Brustkrebs ist das Risikoalter eher jünger. Bis zu 10.000 neue Gebärmutterhalserkrankungen werden jährlich gemeldet. Durch einen Pap-Abstrich werden Krankheitsfälle früher erkannt und die betroffenen Frauen haben größere Heilungschancen. Dieser sogenannte Pap-Test kann Leben retten und ist jeder Frau anzuraten. Der Pap-Befund wird in Gruppen klassifiziert.

 

Der Pap-Test erfolgt schnell und schmerzfrei

Ein Pap-Test ist im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung zur Krebsfrüherkennung schnell gemacht. Hierfür werden von der Frauenärztin bzw. vom Frauenarzt oberflächlich Zellen vom Zervix (Gebärmutterhals) und von dem äußeren Bereich des Portio (Muttermund) durch einen Abstrich entnommen. Für die Durchführung des Pap-Tests ist es vorteilhaft, wenn sich die Patientin für den Abstrich in eine leichte Schräglage positioniert. In dieser Lage lässt sich die Entnahme der Zellen am Muttermund angenehmer durchführen. Die Entnahme der Zellen ist nicht schmerzhaft und wird durch Wattestäbchen oder kleine Bürstchen erfolgen. Die Zellen werden an ein Labor geschickt und entsprechend ausgewertet. Die Auswertung des Pap-Tests, also der Pap-Befund, wird nach der Münchener Nomenklatur III eingeteilt. 

 

Der Pap-Befund wird in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt

Das Ergebnis kann folgende Bezeichnungen beinhalten:

  • Gruppe 0: bedeutet einen nicht beurteilbaren Pap-Befund. In diesem Fall wird der Test wiederholt.
  • Gruppe I: bedeutet ein altersentsprechendes und normales Zellbild. Das entspricht einem unauffälligen Normalbefund. Vielleicht sind auch leichte Entzündungszeichen vorhanden, so dass nach einem Jahr nochmals getestet wird.
  • Gruppe II: sagt aus, dass eine harmlose degenerative und entzündliche Veränderung vorhanden ist. Bei weiteren Auffälligkeiten wird der Test nach einem halben oder einem Jahr wiederholt.
  • Gruppe III: bezeichnet eine leichte oder mäßige Veränderung der Zellen, der Pap-Befund ist unklar und der Abstrich muss wiederholt werden.
  • Gruppe IIID: es sind leichte oder mäßige Veränderungen der Zellen (Neoplasien) zu erkennen. Auch hier wird der Pap-Abstrich wiederholt und es wird eine Kolposkopie (Untersuchung mit einem Mikroskop) durchgeführt. Dieser Befund kommt bei jungen Frauen häufig vor.
  • Gruppe IIIG: weist auf auffällige Drüsenzellen am Gebärmutterhalskanal oder an der Gebärmutterschleimhaut hin. Zeigen erneute Durchführungen des Pap-Tests erneute Auffälligkeiten, so sind als weitere Untersuchungen eine Kürettage, Kolposkopie, Biopsie und vaginaler Ultraschall möglich.
  • Gruppe IVa: deutet auf mäßige bis schwere Neoplasien hin oder auf ein Carcinom in situ. Hierbei handelt es sich um ein begrenztes Karzinom, wobei es keine Anzeichen für ein ausgedehntes Karzinom gibt. Eine Kolposkopie mit einer Biopsie und Konisation ist ratsam.
  • Gruppe IVb: zeigt schwere Neoplasien, wobei ein invasives Karzinom nicht ausgeschlossen werden kann. Eine Konisation und Kolposkopie mit einer Biopsie werden nachfolgend durchgeführt.
  • Gruppe V: zeigt einen Pap-Befund der vorhandene Zellen von Gebärmutterhalskrebs nachweist.

Die Untergruppen werden nach der neuen Münchner Nomenklatur III durch Kleinbuchstaben gekennzeichnet. Ein a steht für Auffälligkeiten in der medizinischen Vorgeschichte (Anamnese), ein x steht für eine unklare Herkunft, das p für Veränderungen in den Deckzellen (Plattenepithel), ein g für Veränderungen im Drüsengewebe (glandulär) und ein e für die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium).

 

Vor dem Abstrich müssen einige Hinweise beachtet werden

Um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis eines Pap-Abstrichs zu erhalten, müssen einige Kriterien beachtet werden. Ein Termin für einen Abstrich sollte nicht während oder kurz nach der Menstruation erfolgen. Am idealsten ist ein Zellabstrich frühestens fünf Tage nach Ende der Blutung. Drei Tage vor dem Abstrichtermin dürfen keine Vaginalcremes, Gleitmittel oder Spermizide verwendet werden. Vor dem Abstrich sollte für zwei Tage kein Geschlechtsverkehr erfolgen, da der Abstrich verunreinigt werden könnte und das Ergebnis verfälscht. Jeder Frau ist anzuraten, diesen Pap-Test durchführen zu lassen. Auch die Nachfolgeuntersuchungen sollten trotz einem weniger auffälligen Ergebnis erfolgen, um alle Risiken auszuschließen. Ein frühzeitiger Test kann Leben retten und die Chance auf Heilung bei einem Zervixkarzinom erhöhen. Weitere Informationen zum Thema gibt es beim Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums.

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Kasia Bialasiewicz 123RF

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