Puregon

Puregon ist ein Medikament, welches bei einem unerfüllten Kinderwunsch zum Einsatz kommt. Es unterstützt mit seiner Wirkung die Follikelreifung und wird in Vorbereitung auf eine Eizellenentnahme mit späterer künstlicher Befruchtung angewendet. Sei der Preis noch so hoch, versuchen Eltern verständlicherweise das Bestmögliche herauszuholen. Verabreicht wird das Medikament in Form von Puregon Patronen, die mithilfe eines Puregon Pens injiziert werden. Das Medikament löst selten allergische Reaktionen aus, da der Anteil des follikelstimulierenden Hormons (FSH) am Gesamtprotein 97% ausmacht. Risiken, wie Mehrlingsgeburten, Fehlgeburten und Aborte, treten vergleichsweise zu denjenigen, die dadurch schwanger werden in sehr geringer Form auf. Erfahrungen mit dem Spritzen des Wirkstoffs durch den Puregon Pen zeigen auf, dass der Gebrauch einfach und mit eher wenigen Nebenwirkungen verbunden ist. Der Beipackzettel ist deshalb trotzdem zu beachten, um etwaigen Falscheinnahmen des follikelstimulierenden Hormons (auch Follitropin) keine Chance zu geben.

 

Puregon als follikelstimulierendes Hormon

Egal, ob ausschließlich als follikelstimulierendes Hormon (FSH) eingenommen, oder als Wirkstoff, um dem unerfüllten Kinderwunsch näher zu kommen, der Einsatz von Puregon mit dem Puregon Pen ermöglicht Frauen neue Möglichkeiten. Wir möchten in unserem Familienratgeber eine Gebrauchsanweisung und damit ein kleines Wiki mit den wichtigsten Fakten zur Anwendung, Dosierung und den Nebenwirkungen des Wirkstoffs geben – egal ob in der Humanmedizin oder Tiermedizin angewandt, denn in beiden Bereichen findet der Wirkstoff Anwendung. Wobei der folgende Artikel mit Anleitung sich vor allem auf die follikelstimulierende Wirkung des Menschen konzentriert. Dabei sei jedoch gesagt: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welcher nach Diagnose auch mehr Informationen zum verabreichten follikelstimulierenden Hormon geben kann.

Inhalt des Ratgebers: Die wichtigsten Punkte zu Puregon

 

Arten von Puregon

Aufgrund der begünstigenden und anregenden Wirkung des Medikamentes findet Puregon Anwendung bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Doch mit dem Wirkstoff zum Babyglück? Durch die anregende Wirkung auf die Reifung der Spermien und Eizellen wird Follitropin zur allgemeinen Steigerung der Fruchtbarkeit eingesetzt. Als Monopräparat ist Puregon als Follitropin alfa und Follitropin beta sowie Urofollitropin und Porcines pituitäres Follitropin (in der Tiermedizin) verfügbar. Die Handelsnamen reichen von Bravelle, Gonal-f, Ovaleap, Bemfola, Fertavid bis Puregon. Kombipräparate bestehen aus Kombinationen von Follitropin alfa mit Lutropin alfa (Pergoveris) in der Humanmedizin oder aus porcinem Follitropin mit Lutropin in der Tiermedizin (Pluset).

  • Puregon 300 IE
  • Puregon 600 IE
  • Puregon 900 IE

 

Was ist Puregon?

Puregon ist ein Medikament aus der Gruppe der selektiven Estrogenrezeptormodulatoren (SERM), welches bei einem unerfüllten Kinderwunsch eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um ein follikelstimulierendes Hormon (FSH), welches gentechnisch gewonnen wird. Das Sexualhormon nennt sich auch Gonadotropine. Es stimuliert die Keimdrüsen und gehört zu den Proteohormonen. Follikel sind Eibläschen mit jeweils einer Eizelle. Wenn die Follikel gereift sind, senden diese das Hormon LH (luteinisierendes Hormon) aus, welches für die Erzeugung eines Eisprungs erforderlich ist.  Puregon wird hierbei zur Unterstützung der Follikelreifung und in Vorbereitung auf eine Eizellenentnahme mit späterer künstlicher Befruchtung eingesetzt. Das Medikament löst mit seinem Wirkstoff selten allergische Reaktionen aus, da der Anteil des follikelstimulierenden Hormons am Gesamtprotein 97% ausmacht. Das Präparat kann auch bei männlichen Fruchtbarkeitsproblemen angewendet werden, beispielsweise bei einer sehr niedrigen Spermienproduktion. Ferner sind auch Erfahrungen mit der Wirkung des Wirkstoffs bei ausbleibender Regelblutung (Amenorrhoe) angezeigt, bei wenigen Nebenwirkungen.

 

Wie wird Puregon angewendet?

Puregon wird eingesetzt, wenn eine vorherige Behandlung mit Clomifen erfolglos war. Clomifen ist ein Wirkstoff, der die Hirnanhangsdrüse stimuliert und zur vermehrten Hormonproduktion anregt, wodurch der Eisprung erzeugt (begünstigt) werden soll. Anwendung findet dieser Arzneistoff bei Frauen mit unregelmäßigem Zyklus und keinem oder seltenem Eisprung. Egal ob in der Dosierung 300, 600 oder 900 sollte der Beipackzettel besondere Aufmerksamkeit verdienen. Die Gebrauchsanweisung dient als Anleitung und gibt Aufschluss über die Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken. Die schriftliche Beilage ist bei den Präparaten meistens sehr ausführlich.

 

Welche Darreichungsformen gibt es?

Die Medikamentenschachtel des Arzneistoffs Poregon beinhaltet eine transparente Plastikverpackung, diese muss im Kühlschrank aufbewahrt werden. Im Set dabei ist der Puregon Pen, welcher zur Verabreichung des Medikamentes dient. Er ermöglicht ein unkompliziertes Spritzen des Wirkungsstoffs. Der Wirkungsmechanismus entspricht einer Begünstigung der Auslösung eines Eisprungs (Ovulation).

 

Anleitung: Wie wird der Purgeon Pen angewendet?

Schritt 1: Prinzipiell gilt, dass zur Einnahme/Verabreichung immer der gleiche Zeitpunkt gewählt werden sollte.

Schritt 2: Vor der Injektion müssen sich die Hände gründlich gewaschen werden, erst danach sollten der Puregon Pen und die Puregon Patrone aus der Schachtel entnommen werden.

Schritt 3: Am Puregon Pen befindet sich auf der rechten Seite die internationale Maßeinheit. Durch drehen des Schraubelements wird die vom Arzt verordnete Einheit eingestellt und genau justiert.

Schritt 4: Zur Vorbereitung des Pens wird dieser aufgeschraubt und das  Medikamentenröhrchen mit der Seite der Öffnung in den Pen eingeführt. Durch das Wiederverschließen des Pens wird das Medikament platziert.

Schritt 5: Anschließend die Nadel an dem Pen anbringen, welche im Set enthalten ist. Dazu die Papierhülle vom äußeren Nadelschutz entfernen und auf den Pen schrauben. Im Anschluss den äußeren und inneren Nadelschutz entfernen.

Schritt 6: Durch vorsichtiges Anschnipsen des Puregon Pens/Drücken des orangen Knopfes die Luft aus der Nadel lassen. Erst wenn erste Tröpfchen austreten, ist die Nadel einsatzbereit. Sollte das nicht funktionieren dann solange am Schraubelement drehen bis die erste Markierung auf der Dosierskala der „Spritze“ erscheint und solange probieren, bis es funktioniert.

Schritt 7:  Die Dosierung der Anleitung nach an der orangefarbenen Dosierschraube einstellen. Dazu an dieser solange vorsichtig drehen, bis der schwarze Punkt exakt vor der vom Arzt verordneten täglichen Dosiereinheit steht. Die Verordnung vom Arzt und die Gebrauchsanweisung bitte stets beachten!

Schritt 8: Die Injektion an einer desinfizierten Stelle im Bauchnabelbereich durchführen, da an der Stelle mehr Fettgewebe vorhanden ist. Dazu mit einer Hand die desinfizierte Hautfläche zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und mit der Nadel im 90 Grad Winkel einstechen (vorab nicht mit den Fingern die entsprechende Einstichstelle berühren). Der Injektionsknopf muss dazu langsam und gleichmäßig heruntergedrückt werden. Nach wenigen Sekunden dann die Nadel vorsichtig und rasch wieder herausziehen. Durch das langsame Injizieren des Wirkstoffs Puregon sollten keine Schmerzen auftreten.

Beim Preis unterscheidet sich das Arzneimittel in der Anschaffung teils stark. Nach Rücksprache mit dem Arzt kann es jedoch verschrieben werden.

 

Welche Nebenwirkungen gibt es / Risiken bei Puregon-Behandlung

Im Falle einer Überdosierung von Puregon besteht die Gefahr, dass es zu einer Überstimulation der Eierstöcke kommt, auch als OHSS (ovarian hypersimulation syndrom) bezeichnet. Um dem entgegen zu wirken, wird eine regelmäßige Überwachung durch den Frauenarzt empfohlen. Generell gilt bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen im Bauchbereich ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Der (behandelnde) Frauenarzt wird hier gern beratend zur Seite stehen.

Bekannte mögliche Nebenwirkungen von Puregon sind außerdem Kopfschmerzen, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schmerzen in Becken- und Bauchbereich sowie Völlegefühl. Bei männlichen Anwendern können zudem noch Akne, Hautausschlag, Hodenzysten und eine Größenzunahme der Brüste hinzukommen.

Neben den genannten direkten Nebenwirkungen gibt es auch noch andere spezielle Risiken. Durch die Behandlung ist das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften erhöht, ebenso wie die Häufigkeit von Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen. Solche Art von Risiken treten vergleichsweise zu denjenigen die dadurch schwanger werden jedoch in sehr geringer Form auf.

Egal unter welchem Handelsnamen, wie Bravelle, Gonal-f, Ovaleap, Bemfola, Fertavid, Puregon, das Medikament eingenommen wird und welche Lösung der Injektion, wie Puregon 300 IE, Puregon 600 IE, Puregon 900 IE verabreicht wird, stets ist die Gebrauchsanweisung mit seinen Risiken und Nebenwirkungen zu beachten. Der Beipackzettel gibt Aufschluss. In diesem Artikel können wir keine Richtigkeit der Informationen gewährleisten, auch wenn wir in unserer Anleitung stets versuchen, lediglich die besten Antworten auf die Fragen zu geben. Trotz unseres Ratgebers zu Puregon zählt stets: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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© Katarzyna Bialasiewicz/123RF

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