Bauchpflege während der Schwangerschaft und in der Stillzeit

In der Schwangerschaft ist der Körper im Ausnahmezustand. Bauch und Brust gewinnen innerhalb kürzester Zeit an Volumen. Zum Glück ist der weibliche Körper darauf ausgelegt, dass mehr Wasser für die Dehnung und Elastizität der Haut eingelagert wird und sich das Gewebe nach der Geburt wieder zusammenzieht. Doch je nach Pflege und Veranlagung kann es dennoch zu den unliebsamen Dehnungsstreifen kommen. Mit einer guten Bauchpflege kann den Schwangerschaftsstreifen vorgebeugt werden.

 

Was sind Dehnungsstreifen und wie entstehen sie?

Dehnungsstreifen, auch als Schwangerschaftsstreifen bekannt, sind feine Risse im Unterhautgewebe, die durch eine schnelle Gewichtszunahme oder Gewichtsreduktion zu Stande kommen. In der frühen Schwangerschaft stellen sich diese oft als rötliche Streifen dar. Besonders betroffen sind häufig der Bauch, die Hüften, die Oberschenkel und der Po. Nach der Geburt verblasen die Dehnungsstreifen, sind aber immer noch mit leicht silbrigen Konturen auf der Haut zu sehen. Eine regelmäßige Bauchpflege kann dem vorbeugen.

 

To-Do‘s für die Bauchpflege während der Schwangerschaft:

  1. Intensive Hautpflege
    Spätestens ab dem dritten Monat sollte eine intensive Hautpflege betrieben werden. Zum „Cremen“ werden für die Bauchpflege häufig Öle verwendet. Jeder muss für sich entscheiden, welches Produkt dafür verwendet wird. Fragt einmal bei den Freundinnen nach, welches Öl oder welche Creme gern benutzt wird. Mit einem Massageöl (Jojobaöl oder Mandelöl zum Beispiel) macht man nichts falsch.
  2. Bauchmassage
    Zur Straffung der Haut empfiehlt sich die Zupfmassage. Diese sollte im Uhrzeigersinn durchgeführt werden. Dafür kleine Hautpartien zwischen zwei Finger nehmen, hochziehen und wieder los lassen. Mit etwas Massageöl an den Händen funktioniert das Massieren besonders gut. Wer zu vorzeitigen Wehen neigt, sollte auf die Bauchmassage verzichten, welche auch als Hausmittel zum Wehen Anregen verwendet wird.
  3. Maßnahmen zur Durchblutungsförderung
    Zur Vermeidung von Dehnungsstreifen muss die Haut feucht gehalten werden. Voraussetzung dafür ist eine gute Durchblutung. Die Durchblutung wird gefördert indem der Bauch mit einem Hauthandschuh oder einem Schwamm massiert wird. Auch Wechselduschen und ein Körperpeeling tun der Durchblutung sehr gut. Beim Duschen ist darauf zu achten, dass das Wasser nicht zu heiß ist, das würde der Haut und dem Baby nicht gut tun. Die Maßnahmen zur Durchblutungsförderung sind auch für das Kindeswohl von besonderer Bedeutung, denn dadurch bekommt das Baby eine extra Portionen Sauerstoff durch die Nabelschnur.
  4. richtige Ernährung
    Während der Schwangerschaft ist auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten, um das Bindegewebe nicht doppelt zu belasten. Ein gesunder Lebensstil während der Schwangerschaft mit ausreichend Bewegung gehört natürlich ebenfalls dazu. Denn schon allein mit der Entwicklung des Kindes nimmt die werdende Mutter zwischen 10 und 15 kg zu. Hintergrund ist, dass der weibliche Körper für die Entwicklung des Babys mehr Blut und Fruchtwasser produziert und sich die Organe vergrößern. Ein paar Fetteinlagerungen sind in Ordnung, da der Körper schließlich Reserven braucht, doch alles muss im Rahmen bleiben. Die Gewichtszunahme wird regelmäßig ab der Erstuntersuchung durch den Frauenarzt kontrolliert. Werdende Mütter sollten die Möglichkeit nutzen sich vom Arzt in Ernährungsfragen während der Schwangerschaft beraten zu lassen.

 

To-Do‘s für die Bauchpflege nach der Schwangerschaft:

Auch nach der Entbindung sollte in der Stillzeit weiterhin eine intensive Bauchpflege zur Regeneration betrieben werden. Wie auch schon während der Schwangerschaft gilt auch hier „Cremen, Zupfen“ und Durchblutung fördern sowie gesund und richtig ernähren. Um innerlich wieder alles in Form zu bekommen, sollte die frischgebackene Mutter an einem Rückbildungskurs teilnehmen. Wer Stilen kann sollte das, aus unserer Sicht, auch tun, da der Rückbildungsprozess dadurch ebenfalls beschleunigt wird. Wenn sich in der neuen Situation noch Zeit findet, sollte sportlichen Aktivitäten nachgegangen werden, denn dadurch wird die Elastizität der Haut gefördert und der Stoffwechsel angekurbelt. Schwangerschaftsyoga ist eine safte Variante von sportlicher Aktivität und wird von jungen Müttern zunehmend ausgeübt.

 

Dehnungsstreifen lasern lassen

Um die Dehnungsstreifen schnell los zu bekommen, gibt es noch die Alternative der Laserbehandlung. Die Schwangerschaftsstreifen werden durch Lichtblitze entfernt, die in tiefere Hautregionen vordringen und dabei die Aufbereitung von Kollagen anregen. Nach der Behandlung entstehen leichte Schwellungen um die Stellen der Dehnungsstreifen. Diese verschwinden nach 24 bis 48 Stunden nach der Laserbehandlung. Das Lasern ist schmerzfrei, sollte aber genau mit dem behandelndem Hautarzt abgesprochen werden. Die Schwangerschaftsstreifen lassen sich so leicht wegbekommen, jedoch gibt es keine Garantie, dass diese auch wirklich nicht mehr sichtbar sind. Das Entfernen ist auch durch Micro-Needling möglich. Hierbei werden die lästigen Streifen auf der Haut durch Nadeln entfernt, die kleine Löcher herstellen, die mit den Wirkstoffen zur Regeneration gefüllt werden. Das Wegmachen der Schwangerschaftsstreifen ist darüber hinaus auch durch eine Ultraschallbehandlung möglich. Noch sanfter als das Weglasern und das Micro-Needling ist diese Art der Behandlung.

 

 

Das Wegkriegen der Dehnungsstreifen oder Schwangerschaftsstreifen ist nicht immer leicht. Vorbeugen durch eine gezielte und regelmäßige Bauchpflege ist der beste Behandlungsansatz. Ein schonendes Entfernen kostet oft viel Geld, weil die Kassen die Kosten nicht übernehmen. Das Vorbeugen hingegen ist kostengünstig.

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Übrigens: um die Gebärmutter nicht zu reizen, solltet ihr bei euren Massagen das Schambein auslassen.

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