Kiefergelenkarthrose: Wenn der Kiefer schmerzt

Ziehende und ausstrahlende Schmerzen beim Sprechen und Kauen können ein Hinweis auf eine Kiefergelenkarthrose sein. Eine Arthrose der Kiefergelenke ist eine übermäßig starke Abnutzung der Gelenke des Kiefers, welche auf übermäßige Belastung oder Stress zurückzuführen ist. Das Risiko für diese Erkrankung steigt mit dem Alter und etwa jeder Dritte leidet ab dem 70. Lebensjahr zumindest unter einer vorübergehenden Form der Kiefergelenkarthrose.

 

Ursachen einer Kiefergelenkarthrose

Wird das Kiefergelenk fehlbelastet, werden die Gelenke mechanisch überlastet. Beispielsweise der Verlust von Backenzähnen kann das herbeiführen. Aber auch ein Zahnersatz, der nicht korrekt angepasst ist, kann zu einer falschen Belastung der Gelenke führen. Das gleiche gilt für Zahnfüllungen, Kronen und Brücken, die sich nicht natürlich in den Kiefer einfügen, weil sie schlecht durchgeführt wurden. Aber auch Kieferfehlstellungen oder Kieferverletzungen können die Krankheit begünstigen und ebenso das nächtliche Zähneknirschen (Bruxismus), Karies, Parodontitis oder übermäßiger Stress sind mögliche Ursachen. Durch die Verschleißerscheinungen treten Entzündungserscheinungen auf. Gelenksentzündungen und Rheuma verstärken die Symptome und begünstigen eine Arthrose.

 

Symptome der Kiefergelenkarthrose

Eine ein- oder beidseitige Arthrose des Kiefergelenks, auch Articulatio temporomandibularis, macht sich vor allem durch Schmerzen bemerkbar. Ausstrahlende und ziehende Schmerzen beim Kauen, Sprechen oder Gähnen gehören zu den typischen Symptomen einer Kiefergelenkarthrose. Die Beweglichkeit des Unterkiefers ist häufig eingeschränkt und Gelenkgeräusche, wie knirschen oder knacken sind bei Mundbewegungen wahrzunehmen. Ein Spannungsgefühl kann ein erstes Symptom sein, was kaum wahrgenommen wird. Breiten sich die Schmerzen auf Nacken, Schultern und Ohren aus, wird die Knorpelabnutzung des Kiefergelenks deutlich spürbar. Um eine weitere Einschränkung der Beweglichkeit zu verhindern ist eine Behandlung notwendig.

 

Gute Neuigkeiten bei Kiefergelenksarthrose

Die Beseitigung der Ursachen gehört zu den ersten Allgemeinmaßnahmen. Diese Form der Arthrose wird möglichst lange konservativ behandelt, da eine Operation schwierig ist und nur mäßige Heilungschancen bietet. Eine Stressbewältigung ist notwendig, regelmäßige Auszeiten und Entspannung sind wichtig – Entspannungsübungen helfen dem Patienten. Akupunktur sowie Osteopathie werden als naturheilkundliche Therapie ebenfalls häufig genutzt. Eine Neuraltherapie aus dem Bereich der Alternativmedizin kann die Schmerzen lindern. Das vegetative Nervensystem soll dabei durch die Anwendung eines Lokalanästhetikums beeinflusst werden. Auch hilft Arthrodent gegen Kiefergelenksarthrose, durch seine entzündungshemmende Wirkung.

 

Ernährungstipps bei einer Arthrose des Kiefergelenks

Der Umstieg auf eine entzündungshemmende Ernährung ist bei dieser Krankheit wichtig. Kräuter und Gewürze helfen die Entzündungsreaktion im Körper einzudämmen. Fisch unterstützt bei dieser Ernährung den Körper. Ackerschachtelhalm und kollagenhaltige Lebensmittel fördern die Regeneration des Knorpels ebenso, wie glucosaminhaltige und chrondroitinsulfathaltige Nahrungsergänzungsmittel. Auf Weizen sollte hingegen weitestgehend verzichtet werden, wenn die Gelenke schmerzen – Dinkel zum Beispiel wäre eine bessere Alternative bei einer Arthrose am Kiefergelenk. Tipp: Regelmäßig (mehrmals pro Woche) Fisch essen und täglich ein paar (einen großen Löffel voll) Kräuter (frisch oder gefroren) zu sich nehmen und Stress vermeiden, um die Behandlung und Therapie der Kiefergelenkarthrose zu unterstützen und die Symptome zu lindern.

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