Zahnstellung korrigieren: Wie auch Erwachsene ihre Zähne korrigieren können

Die Korrektur von Zahnfehlstellungen bei Kindern und Jugendlichen mithilfe einer losen und festen Zahnspange gehört in vielen Familien inzwischen zur Selbstverständlichkeit. Was aber, wenn auch bei den Erwachsenen ein solcher Bedarf oder ein ebensolcher Wunsch besteht? Unter Umständen kann eine durchsichtige Zahnspange – ein Aligner – eine potenzielle Lösung dafür darstellen.

Was ist eigentlich ein Aligner?

Ein Aligner ist eine durchsichtige Zahnschiene, die über die Zahnreihe geschoben wird. Sie dient dazu, leichtere bis mittelschwere Fälle von Zahnfehlstellungen zu korrigieren. Idealerweise wird die Aligner-Therapie bei Jugendlichen oder Erwachsenen angewendet, die keine Milchzähne mehr besitzen. Aber natürlich gibt es im Zusammenhang mit einer entsprechenden Behandlung noch einiges mehr zu erfahren. Beispielsweise, wie es mit den unsichtbare Zahnspange Kosten aussieht, was man bezüglich des Ablaufs der Anwendung wissen sollte und was im Hinblick auf die notwendige Zahnpflege relevant ist.

Worin unterscheiden sich eine lose beziehungsweise feste Zahnspange und ein Aligner voneinander?

Die bereits hinlänglich bekannten, mit Drähten versehenen Korrektur-Systeme üben einen hohen Druck auf die Zähne aus, der selbst schwere Zahn – und teilweise sogar Kieferfehlstellungen (entsprechend den kieferorthopädischen Indikationsgruppen 4 und 5) korrigieren kann. Und auch die transparente Zahnspange sorgt bei regelmäßiger Anwendung über einen mehrmonatigen Zeitraum dafür, dass es zu einem Positionswechsel der Zähne kommt. Allerdings ist der aufgebaute Druck nicht mit dem Druck einer Draht-Zahnspange zu vergleichen. Diese eignet sich eher für kosmetische Verbesserungen oder – wie schon beschrieben – für solche von medizinisch leichteren bis mittelschweren Zahnfehlstellungen eignet.

Im Hinblick auf die Kostenübernahme durch eine gesetzliche oder private Krankenversicherung ist dabei anzumerken, dass gesetzliche Kassen die Kostenübernahme nur in absoluten Ausnahmefällen leisten. Auch die Mehrheit der privaten Krankenversicherungen oder entsprechenden Zahnzusatzversicherungen benötigt meist einen Beleg der medizinischen Notwendigkeit (KIG 3 und höher), um zumindest eine Teilsumme zu tragen. Da eine Zahnkorrektur per Aligner jedoch tendenziell unkomplizierter als per loser oder fester Spange ist, lohnt sich eine Auseinandersetzung mit der Behandlungstechnik oftmals dennoch. Insbesondere deshalb, weil

  • die Schiene transparent ist, und damit wenig auffällt,
  • sie sich in der Regel weder auf das Sprechen noch Schlucken negativ auswirkt und
  • in den meisten Fällen keine regelmäßigen Zahnarztbesuche in der Praxis fällig werden.

Der Ablauf einer Aligner-Behandlung

Die Zahnkorrektur mittels Zahnschiene nimmt bei den meisten Patientinnen und Patienten einige Monate Zeit in Anspruch, wobei sie mit Terminen in der Zahnarzt-Praxis beginnt und endet.

  • Den Auftakt bildet eine Vorab-Untersuchung, bei der ein diesbezüglich geschultes Zahnarzt-Team prüft, ob eine Gebisskorrektur mithilfe des Aligners überhaupt infrage kommt. Sollte dies der Fall sein, entsteht ein Röntgenbild / ein Gebissabdruck, der die Grundlage für einen per 3D-Computertechnologie konzipierten Behandlungsplan bietet. Dieser umfasst sämtliche Zahnpositionen zu jedem Zeitpunkt der Therapie und zeigt zudem die dafür jeweils benötigten Einzel-Zahnschienen an.
  • Anschließend steht deren Anwendung an. Das bedeutet, jeden Aligner pro Tag 20 bis 22 Stunden mindestens einzusetzen. Ausnahmen sollten lediglich die Essens- und Sportzeiten darstellen. Dafür erweist sich die Zahnpflege als vergleichsweise einfach, da der Aligner ja herausgenommen und separat geputzt werden kann. Jede Schiene wird für 10 bis 14 Tage getragen, bevor Fotos des Gebisses nach genau festgelegter Art aufgenommen und in der dazugehörigen App hochgeladen wird. So lässt sich kontrollieren, ob der gewünschte Fortschritt eingetreten ist und die nächste Schiene zugeschickt und genutzt werden kann. Insgesamt sollte man in Abhängigkeit vom Schweregrad der Zahnfehlstellung mit 10 bis 50 Alignern rechnen. Praktisch dabei: Die Angst vorm Zahnarzt ist natürlich nicht nur für Kinder oder viele Erwachsene ein Problem. Doch bei der Aligner-Behandlung ist ein regelmäßiger Praxisbesuch oftmals gar nicht notwendig!

Zum Ende der Therapie, wenn das gewünschte Ergebnis erreicht worden sein sollte, ist er allerdings noch einmal verpflichtend. Denn dann wird ein Retainer-Draht auf der Rückseite der korrigierten Zahnreihe eingesetzt, der die Zähne dauerhaft in ihrer neuen Position hält.

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