Haushalt babysicher machen: Ratgeber & Checkliste

Wohnung und Haushalt babysicher machen
Den Haushalt babysicher machen.

Ein Baby ist unterwegs. Jetzt gilt es, bereits im Vorfeld, unseren Haushalt babysicher umzugestalten. Gerade in den ersten 12 bis 14 Lebensmonaten sind die Kleinen vielen Risiken in Wohnung, Haus und Garten ausgesetzt und es passieren häufig Unfälle. Wir können Vorkehrungen treffen. Hier finden sich viele Hinweise und Empfehlungen zum Thema sowie eine Checkliste für den babysicheren Haushalt.

1. Unsere Wohnung insgesamt babysicher gestalten

  • Steckdosen
    Steckdosen befinden sich in jedem Zimmer und bedeuten immer Gefahr für das Kind. Hier gibt es zwei Varianten, um die Dosen kindersicher zu machen.
    1. Austausch der vorhandenen Steckdosen gegen Steckdosen mit Kinderschutz
    2. Spezielle Einsätze für Steckdosen
  • Kabel
    Für das Kind sollte kein Kabel erreichbar sein. Es animiert das Kleine, sich daran hochzuziehen, oder es in den Mund zu nehmen. Auch besteht die Gefahr, dass es sich damit würgt. Kabel müssen unerreichbar verlegt werden. Bitte auch an die Ladekabel der Tablets und Smartphones denken.
  • Einrichtungsgegenstände
    Alle beweglichen Gegenstände, wie z. B. Vasen, Dekorationsgegenstände, Geschirr usw. dürfen sich nicht in Greifnähe befinden. Selbst wenn die Sachen in unerreichbarer Höhe stehen, gibt es vielleicht eine Tischdecke oder einen Läufer, an dem das Kleine die Sachen herunter ziehen könnte. Ebenso gefährliche Gegenstände, wie Feuerzeuge, Scheren usw. müssen unbedingt sicher verstaut sein.
  • Treppen
    Treppengitter sorgen für Sicherheit. Auch sollte nichts auf der Treppe herumstehen, denn wir könnten dann mit dem Baby im Arm stolpern.
  • Zimmerpflanzen
    In der Reichweite des Babys haben Pflanzen nichts zu suchen. Besonders gefährlich sind giftige Pflanzen oder Pflanzen mit Spitzen und Stacheln.
  • Fenster sowie Türen
    Für Fenster und Türen sind spezielle Kindersicherungen erhältlich. Wir sollten nicht unterschätzen, wie mobil und einfallsreich auch die ganz Kleinen schon oft sind.
  • Kleinteile
    Zu den größten Gefahren für Babys gehört das Verschlucken von Kleinteilen. Es darf also in einer kindersicheren Wohnung einfach nichts herumliegen. Man gewöhnt sich sehr schnell daran.

2. Babysicherheit in unserer Küche

  • Küchenutensilien, Kaffeemaschine, Toaster, Wasserkocher etc. stellen wir weit nach hinten und achten darauf, dass keine Kabel herunterhängen.
  • Am Herd bringen wir in der sicheren Familienküche ein Herdschutzgitter an. Manche Herde verfügen über versenkbare Drehknöpfe.
  • Es dürfen keine heißen Getränke oder Mahlzeiten herumstehen, das Kind könnte sich verbrühen. Auch beim Stillen sollte nichts Heißes nebenbei getrunken werden, da wir versehentlich etwas verschütten könnten.
  • Es ist in einem babysicheren Haushalt zu empfehlen, an den Schränken Sicherungen anzubringen, damit sie sich nicht öffnen lassen.
  • Putz- und Reinigungsmittel, sowie sämtliche Chemikalien müssen immer unerreichbar sein für das Baby.
  • Der Mülleimer ist auch eine Gefahrenquelle. Der Inhalt ist keimbelastet und oft giftig.
  • Generell sollte das Kleine niemals ohne Aufsicht in der Küche sein.

3. Babysicherheit im Wohnzimmer

  • Auch hier gilt es, an den Schränken und Fächern bestimmte Sicherungen anzubringen, um ein Öffnen zu vermeiden. Wenn die Regale und Schränke noch nicht fest an die Wände montiert wurden, muss dies nun erledigt werden, damit die Gefahr des Kippens ausgeschlossen wird.
  • Auch unser Fernseher und andere technische Geräte müssen unbedingt standfest sein, damit sie nicht kippen können. Hierfür sind im Handel TV-Kippsicherungen erhältlich.
  • Alle scharfen Kanten sowie spitze Ecken polstern wir ab oder vermeiden sie von vorne herein.
  • Wer einen Kamin besitzt, sichert ihn unbedingt mit einem Gitter.
  • Ein rutschender Teppich wird schnell zur Gefahr. Auch wir Eltern können stürzen, wenn wir gerade das Baby tragen. Anti-Rutsch-Matten sorgen für Abhilfe.
  • Eine offene Hausbar darf es keinesfalls geben. Alkohol muss sicher und unzugänglich aufbewahrt werden. Dasselbe gilt für Zigaretten.

4. Ein babysicheres Schlafzimmer

  • Sehr weiches, dickes Bettzeug ist gefährlich. Schaffelle, flauschige Kissen und Kuscheldecken sind eine potenzielle Gefahr, denn die Atmung des Babys kann behindert werden.
  • Durch herunterhängende Spielsachen kann das Kind sich möglicherweise würgen.  Generell ist es ratsam, Spielsachen vor dem Schlafen aus dem Bett zu räumen.
  • Die Matratze muss auf die niedrigste Stufe gestellt werden, sobald das Kind soweit ist, dass es selbst aufstehen kann.
  • Wickeltische sollten über einen Rahmen verfügen, damit das Baby nicht herunterrollen kann. Eine rutschhemmende Oberfläche bringt noch mehr Sicherheit auf den Wickelplatz.

5. Babysicherheit im Badezimmer

  • Medikamente dürfen niemals offen herumliegen und müssen immer weggeschlossen werden.
  • Auf dem nassen Boden kann man schnell ausrutschen. Badmatten sollten deshalb in einem kindersicheren Badezimmer rutschfest sein.
  • Auch hier müssen wir darauf achten, dass Reinigungsmittel, sowie Kosmetika für die Kleinen nicht erreichbar sind.

Allgemeine Checkliste für Babysicherheit im Haushalt

  • Herd sichern
  • Elektrogeräte aus Greifnähe entfernen
  • Schränke und Schubladen sichern
  • Schränke und Regale an der Wand verankern
  • Geräte, z.B. Fernseher mit Kippschutz versehen
  • In der gesamten Wohnung Rutschgefahr vermeiden
  • Steckdosen sichern
  • Kabel sichern
  • Keine gefährlichen Gegenstände, wie z. B. Scheren herumliegen lassen
  • Keine Kleinteile, die verschluckt werden können herumliegen lassen
  • Zimmerpflanzen nicht in Reichweite stellen
  • Treppen sichern mit Treppengitter
  • Fenster und Türen sichern
  • Putzmittel und alle anderen Chemikalien sicher verstauen
  • Alkohol und Zigaretten immer wegräumen
  • Keine sehr dicken, flauschigen, schweren Textilien im Baby Bett
  • Ein Rahmen um den Wickeltisch, der das Herunterrollen verhindert
  • Keine hängenden Spielsachen am Bett, mit denen sich das Kind würgen könnte
  • Scharfe Kanten und spitze Ecken ab polstern
  • Ein Rauchmelder gehört auch ins Kinderzimmer

Eine produktspezifische Zusammenfassung der gängigen Kindersicherungsmethoden liefert auch noch einmal diese Übersicht zum babysicheren Haushalt – inklusive der durchschnittlichen Preise.

Der Haushalt ist nun babysicher? Wenn es doch trotz aller Vorsicht zu einem Unfall kommt, so sollten wir klaren Kopf bewahren und sofort den Notruf wählen. Die Gefahr von Vergiftungen im Haushalt ist am größten. Die Nummer der zuständigen Vergiftungszentrale wird am besten immer griffbereit aufbewahrt. Wir wünschen euch eine entspannte, glückliche und unfallfreie Zeit mit Ihrem Baby.

Foto-Urheberrecht: © Oksana Kuzmina oksun70/123RF

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