Frühzeitige Erkennung: Hochbegabte Kleinkinder fördern

Kinder mit unentdeckten Begabungen können eine echte Herausforderung für Eltern und Lehrer und ein echtes Problem für das Familienglück sein. Durch frühes Erkennen von Hochbegabung wird dem Nachwuchs die Möglichkeit eingeräumt, das vorhandene Potenzial voll zu entfalten. Hochbegabte Kleinkinder fördern ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern. Als Familienblog möchten wir in diesem Beitrag ein paar wichtige Punkte darstellen.

 

Hochbegabte Kleinkinder

Hochbegabung und Kleinkind – diese Begriffe schneiden sich und in der Tat ist es schwierig in diesem Alter aussagekräftige Tests zu machen. Der aktuelle Entwicklungsstand kann gemessen werden, die Aussagekraft über die Intelligenz ist jedoch schwierig. Die Entwicklung von Kindern ist unterschiedlich in ihrer Geschwindigkeit und somit sind etwaige Begabungstests Momentaufnahmen. Begabte Kleinkinder zu fördern ist hingegen kein Nachteil für ihre spätere Entwicklung. Hochintelligente Kleinkinder kann man jeder Zeit spielerisch fördern, jedoch nur auf das Tempo des Kindes angepasst.

 

Der Schlüssel zur Hochbegabung

Der Grundstein von Begabtenförderung ist die frühzeitige Erkennung der besonderen Talente. Manche hochbegabte Kleinkinder lernen schon besonders früh sprechen und sich klar zu artikulieren. Auch was die Motorik betrifft, sind sie Gleichaltrigen häufig um einige Schritte voraus und überspringen dabei sogar ganze Entwicklungsphasen. Hochbegabte Kinder fördern heißt, zunächst die Vermutung durch Tests beim Kinderarzt bestätigen zu lassen. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.

 

Entwicklungsvorsprung gegenüber anderen Kindern

In Kita oder Kindergarten kann die Hochbegabung allerdings auch durch besondere Sensibilität oder Auffälligkeiten im Sozialverhalten der Kinder zutage treten. Der Entwicklungsvorsprung gegenüber anderen Kindern wird schon früh als „anders sein“ wahrgenommen, wodurch Unsicherheiten im Verhalten entstehen können. Entsprechende Intelligenztests können hier Klarheit verschaffen und Beratungsstellen können dabei helfen auf die Bedürfnisse zugeschnittene Förderungspläne zu entwerfen und einen Hochbegabtentest durchzuführen.

Dabei wird [jedoch] deutlich, dass die vielfach propagierte Früherkennung hochbegabter Kinder nicht immer ein Segen, sondern bisweilen auch ein Fluch ist, weil dadurch Erwartungen geweckt werden, die sich oftmals nicht erfüllen.

weiß Dieter Irblich vom Sozialpädiatrischen Zentrum der Diakonie in Nannhausen. Ein essentieller Bestandteil der Förderung ist also ein realistischer Umgang mit den frühkindlichen Talenten, der sich ausschließlich an den Bedürfnissen des Kindes orientieren sollte. Eine Überforderung – denken Sie dabei an die Gesundheit des Kindes – sollte dabei stets vermieden werden, weshalb auch die Möglichkeit einer Inselbegabung nicht ausgeschlossen werden darf.

 

Hochbegabte Kleinkinder fördern

Zunächst kann es natürlich sinnvoll sein, Kleinkinder spielerisch zu fördern, das kann durch einfache Hilfmittel und Spiele geschehen (Anleitung zu Fingermalfarben selber machen), allerdings wird das mit zunehmenden Alter nicht mehr ausreichen. Hochbegabte Kleinkinder fördern heißt vor allem Anreize und Herausforderungen für das Kind zu schaffen. Sie sollten dabei jedoch von normalen Kindern als auch von hochbegabten umgeben sein, um sowohl Besonderheit als auch Normalität kennenzulernen. Es ist wichtig die Entwicklung des Kindes im Auge zu behalten und sie ganzheitlich zu fördern, damit eine stabile Basis für die Schulzeit gewährleistet werden kann. Eine breite Auswahl an Angeboten wie Bewegung und Tanz, Motorik, als auch Sprechen, Lesen oder Rechnen helfen dem Kind, sein Potenzial zu entfalten.

 

Intelligenz von Kleinkindern testen

Der HAWIK-IV (Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Kinder IV) sowie der WISC-IV (Wechsler Intelligence Scale for Children – Fourth Edition) von Franz und Ulrike Petermann gehen auf das Intelligenzkonzept von David Wechsler zurück und sind die gängigsten Intelligenztests für Jugendliche und Kinder. Sozialpädiatrische Zentren, Erziehungsberatungsstellen, aber auch Kinderärzte mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung können auf dem Gebiet des IQ-Test weiterhelfen, um die Intelligenz von Kleinkindern zu testen und Auskunft zu diesem Thema geben. Diese Tests werden allerdings in vielen Fällen erst bei Kindern ab 6 Jahren durchgeführt, um entsprechend aussagekräftig zu sein.

Weitere Informationen zum Thema Hochbegabung finden Sie hier.

Foto-Urheberrecht:
©stranger/123RF

Ebenfalls interessant für dich