Die typischen Kinderhautkrankheiten im Überblick

Kinderhaut zeichnet sich durch eine besondere Sensibilität aus, die sie für verschiedene Hautkrankheiten anfällig macht. Die sichtbaren Zeichen reichen von Rötungen über Pusteln bis hin zu Juckreiz und können am gesamten Körper auftreten. Neben Neurodermitis sind noch andere Hauterkrankungen bei Kindern weit verbreitet.

Neurodermitis

Neurodermitis, oft als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet, ist eine Hautkrankheit, die durch Entzündungen gekennzeichnet ist und Juckreiz sowie trockene Hautbereiche hervorruft. Diese Erkrankung kann episodisch oder dauerhaft sein und verursacht oft starkes Unbehagen. Sie kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch besonders bei Kindern weit verbreitet. In Deutschland leidet etwa ein Viertel der Babys und Kleinkinder darunter. Obwohl sich die Symptome mit der Zeit oft mildern, sind sie im akuten Stadium sowohl physisch als auch emotional belastend für die Betroffenen.

Wer Neurodermitis bei Kindern erfolgreich behandeln möchte, sollte auf eine ausreichende Pflege achten. Mit einer Kombination aus rückfettenden Cremes und Anti-Juckreiz-Konzentraten können schubfreie Phasen verlängert und akute Entzündungen gemindert werden.

Borkenflechte

Die Borkenflechte, auch als Impetigo contagiosa oder Grindflechte bekannt, ist eine oberflächliche Hauterkrankung, die oft von Juckreiz und manchmal von Schmerzen begleitet wird. Sie tritt vorwiegend bei kleinen Kindern auf und entsteht durch bakterielle Infektionen. Aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr sollten betroffene Kinder erst dann wieder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder Schulen besuchen, wenn sie nicht mehr infektiös sind. Dies ist in der Regel 24 Stunden nach dem Start einer antibiotischen Behandlung der Fall. Wenn keine entsprechende Behandlung erfolgt, kann die Infektiosität der Borkenflechte mehrere Wochen andauern.

Milchschorf

Viele Säuglinge entwickeln in den ersten Monaten schuppige Hautstellen. Oft ist dies der harmlose Kopfgneis, der jedoch leicht mit Milchschorf verwechselt wird. Milchschorf ist eine entzündliche Reaktion der Kopfhaut bei Babys. Es bilden sich harte, gelbliche Schuppen und Krusten, die an vertrocknete Milch erinnern und meist jucken. Eine Neigung zu trockener Haut, Allergien oder eine empfindliche Reaktion auf äußere Reize könnten Hinweise auf Milchschorf sein. Zur genauen Bestimmung, ob es sich um Kopfgneis oder Milchschorf handelt, empfiehlt sich der Besuch bei einem Dermatologen.

Windpocken

Windpocken, auch als Varizellen oder Varicella Zoster bekannt, sind eine häufige Kinderkrankheit, die durch Viren verursacht wird. Charakteristisch sind kleine rote Flecken und Bläschen auf geröteter Haut, die sich vom Kopf über den gesamten Körper ausbreiten und Juckreiz verursachen. Diese Bläschen, die das Virus enthalten, trocknen im Laufe der Zeit aus und werden zu Schorfkrusten, die nicht mehr ansteckend sind. Obwohl Windpocken vor allem bei Kindern unter 10 Jahren auftreten, können auch Erwachsene erkranken, wenn sie als Kinder nicht infiziert waren.

Nach einer Infektion besteht in der Regel eine lebenslange Immunität. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass das Varizella-Zoster-Virus, welches auch die Gürtelrose auslösen kann, im Nervensystem verbleibt und potenziell reaktiviert werden kann. Eine Impfung in den ersten Monaten kann helfen, Windpocken zu vermeiden.

Dellwarzen

Dellwarzen treten als besondere Warzenart vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf. Sie werden durch Viren hervorgerufen. Im Gegensatz zu Kindern haben Erwachsene meist ein Immunsystem, das diese Viren erfolgreich bekämpft und eliminiert. Ein erhöhtes Risiko für Dellwarzen zeigen Kinder, die eine Neigung zu trockener Haut haben oder auch von Hautkrankheiten wie Neurodermitis betroffen sind.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass in der Nähe der Dellwarzen juckende Hautveränderungen, sogenannte Ekzeme, auftreten. Solche Ekzeme erfordern eine gezielte Behandlung, meistens mit spezifischen Cremes oder Salben, die entzündungshemmende und/oder juckreizlindernde Wirkstoffe enthalten. Durch das Aufkratzen der Warzen kann der Virus leichter an andere Hautbereiche oder sogar an andere Personen weitergegeben werden.

© Foto von Tanaphong Toochinda auf Unsplash

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