3. Trimester: Das dritte Drittel der Schwangerschaft

3. Trimester / 3. Trimenon: Das dritte Schwangerschaftsdrittel
3. Trimester / 3. Trimenon: Das dritte Schwangerschaftsdrittel

Inzwischen sind wir beim dritten Drittel der Schwangerschaft  (3. Trimester) angelangt. Hier gibt es Tipps und Infos zu jeder einzelnen Schwangerschaftswoche (SSW) des dritten Trimesters.

In drei Monaten ist es soweit – wir freuen uns auf das Baby

Wir haben bereits zwei Drittel der Schwangerschaft erlebt. Nun wird die Ankunft unseres neuen Erdenbürgers immer realer. Wir sehen dem großen Tag mit Freude entgegen. Was kommt in den nächsten drei Monaten auf uns zu? Was sollten wir beachten? Welche Entwicklungsfortschritte macht unser Kind? Im Folgenden werden wir auf jede dieser Fragen eingehen.

25. Schwangerschaftswoche (25. SSW) – das dritte Trimester beginnt

Das Baby wächst und wächst. Es wiegt inzwischen ungefähr zwischen 550 und 800 g. Das variiert von Frau zu Frau. Da das Kind nun bereits viel reifer ist, haben wir eine bedeutende Schwelle erreicht: Im Falle einer Frühgeburt gilt es durch unsere moderne Medizin im Prinzip als überlebensfähig. Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, lässt sich bei der Ultraschalluntersuchung jetzt in der Regel sehr eindeutig feststellen.

In dieser Schwangerschaftsphase tritt bei vielen Frauen gelegentlich Sodbrennen auf. Alle Speisen, die den Magen reizen, vermeiden wir nun am besten. Das gilt beispielsweise für fettige oder süße Getränke und Speisen sowie Kaffee und schwarzen Tee. Eine  gesunde, ausgewogene Kost, z. B. Kartoffeln, Gemüse und ein Tässchen Fencheltee tun uns gut. Auch Stress kann die Entstehung von Sodbrennen begünstigen. Entspannung ist wichtig. Ein Spaziergang an der frischen Luft macht uns und unserem Baby Spaß. In der Apotheke gibt es gegebenenfalls Mittel, die auch in der Schwangerschaft gegen Sodbrennen eingenommen werden dürfen.

26. Schwangerschaftswoche (26. SSW) – hey, das wird ein kleiner Boxer

Das Kind wird immer aktiver. Es hat noch genug Platz in der Gebärmutter, um mit seinen Händen und Füßen zu spielen, nach der Nabelschnur zu greifen oder richtig zu boxen. Das Baby ändert auch gern seine Position, je nach dem liegt es entweder mit dem Kopf oder mit den Füßen nach oben. Obwohl die Augen noch nicht voll entwickelt sind, wird das Kleine sie nun zum ersten Mal öffnen. Die richtige Augenfarbe des Babys wird sich noch individuell entwickeln. Das kann bis zu 18 Monaten nach der Geburt dauern.

Durch unsere starke Zunahme an Gewicht in dieser Zeit, wird das Einlagern von Wasser im Gewebe begünstigt. Viele Frauen leiden nun unter schweren und geschwollenen Beinen und Füßen bzw. auch Armen und Händen. Gerade jetzt ist es wichtig, genug zu trinken. Es sollten mindestens zwei Liter sein, bevorzugt Wasser oder Saftschorlen. Ebenfalls wirkt regelmäßige Bewegung den Beschwerden entgegen. Wir wählen bequeme Kleidung, die nirgends einengt und legen zwischendurch immer wieder die Beine hoch.

27. Schwangerschaftswoche (27. SSW) – Erstausstattung fürs Baby

Es ist noch keine Eile geboten, aber viele Schwangere beruhigt es, schon jetzt zu planen, was das Baby nach der Geburt braucht. Es kann hilfreich sein, im Vorfeld eine Liste zu erstellen. Das Besorgen und Aussuchen der Sachen macht uns Freude.

Zu den Schwangerschaftsbeschwerden in dieser Zeit gehört nicht nur Verstopfung, sondern manche Muttis leiden jetzt auch unter Hämorrhoiden. Lauwarme Sitzbäder mit Kamille, Lavendel oder Eichenrinde haben eine wohltuende Wirkung. Bei stärkeren Beschwerden kann der Arzt Zäpfchen oder Salben verordnen.

28. Schwangerschaftswoche (28. SSW) – das Baby probiert schon mal die richtige Position aus

Instinktiv weiß unser Kind, dass die Zeit der Schwangerschaft sich allmählich neigt und die Geburt langsam naht. Es probiert zwischendurch immer wieder die Geburtsposition aus. Da das Baby noch genug Bewegungsfreiheit hat, wechselt es die Position aber noch oft.

Es geht jetzt tüchtig voran und der ideale Zeitpunkt ist gekommen, um mit einem Geburtsvorbereitungskurs zu starten.

29. Schwangerschaftswoche (29. SSW) – Zeit für die dritte Ultraschalluntersuchung

Ab der 29. SSW ist Zeit für die dritte Ultraschalluntersuchung. Dabei wird kontrolliert, wie weit der Entwicklungsstand des Kindes ist. Das Baby wird ebenfalls vermessen.

In vielen Fällen drückt das Kind nun auf den Ischias Nerv, denn es nimmt immer mehr Platz in Anspruch. Rückenschmerzen sind die Folge. Gymnastische Übungen, aber auch Akkupunktur sorgen oft für Erleichterung.

30. Schwangerschaftswoche (30. SSW) – Tasche für die Geburt packen

Wer Lust dazu hat, kann jetzt durchaus schon die Kliniktasche zusammenstellen, mit allen wichtigen Dingen. Es ist zwar noch ausreichend Zeit, aber es ist beruhigend, wenn alles vorbereitet ist. Dabei sollten wir z.B. an folgendes denken:

  • Notwendige Dokumente, wie Mutterpass, Krankenkassenkarte, Personalausweis usw.
  • Kleidung, wie Nachtwäsche, Unterwäsche, Still-BHs, Strickjacke, Badelatschen, Bademantel usw.
  • Kulturtasche
  • Handtücher

Bei vielen Muttis kommt es nun auch zu Schlafproblemen, denn unser Kind wird immer schwerer. Auf dem Rücken schlafen wir nun am besten nicht mehr, denn durch das Gewicht wird die große Hohlvene abgedrückt. Ideal ist es, auf der linken Seite zu liegen, so wird die Hohlvene zusätzlich entlastet.

31. Schwangerschaftswoche (31. SSW) – Fit werden für die Entbindung

Trotz unseres Umfanges und unserer Situation bleiben wir am besten in Bewegung. Spazierengehen hält uns fit. Auch Schwangerschaftsgymnastik bereitet uns gut auf eine weniger anstrengende und aktive Geburt vor.  Zwischendurch sind Entspannungsphasen sehr wichtig, wir versuchen abzuschalten. Unser Körper braucht genug Ruhe.

Wo soll unser Baby das Licht der Welt erblicken? Jetzt ist die Zeit gekommen, um uns zur Entbindung anzumelden. Formalitäten können so bereits im Vorfeld erledigt werden.

32. Schwangerschaftswoche (32. SSW) – Anträge und Formalitäten

Zum Elternwerden gehören leider auch die lästigen Formalitäten und Behördengänge (z.B. Mutterschaftsgeld, Kinderfreibetrag, Elternzeit….). Wenn wir uns jetzt schon ein bisschen um den Papierkram kümmern, haben wir nach der Geburt weniger Stress.

Momentan schläft unser Kleines ca. 95 Prozent des Tages. Es nimmt sich ausgiebige Ruhephasen, die es für seine Entwicklung braucht. Das Baby reagiert auf Stimmen und Geräusche. An die Lieder, die wir ihm jetzt öfters vorsingen, kann sich das Kleine nach der Geburt erinnern.

33. Schwangerschaftswoche (33. SSW) – zwischendurch mal ein Schläfchen

Es ist gar nicht so einfach, mit unserem Babybauch nachts zur Ruhe zu kommen. Weiche Kissen geben uns Stabilität in der neuen Schlafposition. Ein Lavendelbad vor der Nacht wirkt entspannend.

Wenn die Nacht trotz allem unruhig war, so gönnen wir uns doch am Tage mal ein Schläfchen zwischendurch. Das tut beiden gut, Mama und Kind.

In der 33. SSW dreht sich das Baby häufig von der Steißlage in die Schädellage. Senk- und Vorwehen dienen dazu, das Kind nach unten ins Becken zu schieben.

34. Schwangerschaftswoche (34. SSW) – endlich beginnt der Mutterschutz

Den Mutterschutz gibt es nicht ohne Grund. Die letzten Schwangerschaftswochen sind anstrengend und wir brauchen genügend Zeit, um uns auszuruhen.

Das Baby ist schon richtig weit entwickelt. Selbst die Reifung der Lunge ist zum großen Teil abgeschlossen. Mit dem Fruchtwasser, welches das Kind täglich schluckt, nimmt es wichtige Proteine auf. Sie dienen der Entwicklung des Fötus und sind notwendig für das Verdauungssystem.

35. Schwangerschaftswoche (35. SSW) – bereits ein kleiner Wonneproppen

Das Kind wiegt in der 35. Schwangerschaftswoche ungefähr 2250 g. Es hat inzwischen eine Größe von etwa 46 cm. Arme und Beine wirken schon mollig, denn die Haut des Babys ist nun schon glatter geworden.

Jetzt ist die Ruhe vor dem Sturm. Wir genießen die Vorfreude auf die Ankunft unseres Kindes. Senkwehen können jetzt durchaus auftreten. Das Kind rutscht tiefer in das Becken. Die Abstände zwischen den Senkwehen sind unregelmäßig. Es kommt zu leichten Schmerzen im Rücken. Sollten wir allerdings feststellen, dass die Abstände zwischen den Wehen gleich sind und sich verkürzen, so könnte es auf echte Wehen hindeuten. In diesem Fall kontaktieren wir unsere Hebamme oder den Arzt.

36. Schwangerschaftswoche (36. SSW) – ab jetzt jede Woche eine Vorsorgeuntersuchung

Eine wöchentliche Vorsorgeuntersuchung gehört ab der 36. Schwangerschaftswoche zum Programm, denn bis zum großen Ereignis dauert es nun nicht mehr lang.

Um den Geburtsvorgang zu erleichtern, hat die Natur vorgesorgt. Die Schädelplatten des Ungeborenen sind noch beweglich. Wenn nötig, werden sie sich während der Geburt gegeneinander oder sogar übereinander schieben. Die Stellen, an denen die Platten noch nicht verschlossen sind heißen Fontanellen. Erst während der ersten Lebensjahre verwachsen die Schädelknochen.

37. Schwangerschaftswoche (37. SSW) – die weibliche Intuition lenkt uns, wir bauen ein Nest

Wir sind nun voll aufs Baby eingestellt. Die Hormone verleihen vielen Frauen einen richtigen Energieschub. Alles soll bereit sein für die Ankunft unseres Kleinen. Wir fühlen einen Nestbautrieb. Es löst Glücksgefühle in uns aus, das Zuhause babygerecht einzurichten und noch letzte Besorgungen für den Neuankömmling zu erledigen. Am meisten Spaß macht es gemeinsam mit dem Partner. Wir empfinden große Vorfreude. So manch eine Mama hat plötzlich große Lust zum Kuchenbacken, obwohl sie vielleicht vor der Schwangerschaft nie besonders viel Interesse dafür hatte. Trotz allem Enthusiasmus ist es wichtig, auch genug Ruhepausen einzulegen. Unser Körper ist jetzt nicht so belastbar. Schweres Heben ist Tabu. Freunde und Familie helfen uns sicher gern.

38. Schwangerschaftswoche (38. SSW) – haben Sie Angst vor der Geburt?

Trotz aller Vorfreude schleicht sich bei so manch einer werdenden Mama auch ein Gefühl der Angst vor der Geburt ein. Am Tage sind wir beschäftigt und abgelenkt. Aber in der Nacht kommen die Gedanken, denn der große Babybauch lässt viele Frauen nicht mehr durchschlafen.

Wenn wir uns mit dem Vorgang der Geburt vertraut machen, können wir unsere Ängste leichter überwinden. Wer von dem Ablauf einer Entbindung genaue Kenntnis hat, sieht dem Ereignis gelassener entgegen.

39. Schwangerschaftswoche (39. SSW) – der Countdown läuft

Das Ungeborene hat zu diesem Zeitpunkt eine Größe von ungefähr 50 cm. Im Bauch der Mami wird es immer enger. Wir warten auf den großen Tag.

Wie stellt man fest, dass es losgeht?

  • Während der Schwangerschaft wird der Muttermund mit einem Schleimpfropf verschlossen. Wird er abgestoßen (meist mit einer geringen Blutbeimengung) so ist das ein Vorzeichen.
  • Bei einem vorzeitigen Blasensprung informieren wir Arzt oder Hebamme und lassen uns in liegender Position in die Klinik transportieren.
  • Bei Schmerzen, bzw. einem Ziehen in der Bauch- und Rückengegend, welches in regelmäßigen, sich verkürzenden Intervallen auftritt, handelt es sich um Wehen.

Tritt einer dieser Vorboten auf, suchen wir eine Klinik auf.

40. Schwangerschaftswoche (40. SSW) – Unruhe und Ungeduld

Wann wird es endlich so weit sein? Eine gewisse Unruhe macht sich nun breit. Aber die meisten Kinder kommen nicht exakt zum errechneten Entbindungstermin zur Welt. Eine Spanne von plus/minus 10 bis 14 Tagen gilt als völlig normal.

Nach dem berechneten Termin für die Geburt wird vom Arzt im Zwei-Tage-Rhythmus überprüft, ob alles in Ordnung ist. Wenn wir 10 Tage über die Zeit sind, so gibt es täglich eine Kontrolle vom Arzt.

Anstatt kribbelig und nervös zu werden, sammeln wir doch lieber Kraft für das Erlebnis der Geburt. Genießen wir doch die Ruhe vor dem Sturm mit einem schönen Buch gemütlich auf der Couch.

Allgemeine Tipps zum dritten Trimester der Schwangerschaft

Wir sind im dritten und letzten Teil unserer Schwangerschaft angelangt. Der Gedanke an die Geburt wird immer konkreter. Das muss uns keine Angst machen. Wenn wir über die natürlichen Vorgänge während der Entbindung gut Bescheid wissen, können wir dem Tag der Ankunft unsers Babys gelassen und in freudiger Erwartung entgegensehen.

Ein Gefühl von Sicherheit entsteht, wenn wir:

  • An den Vorsorge- und Ultraschalluntersuchungen planmäßig teilnehmen
  • Rechtzeitig alles Notwendige für unser Kleines nach der Geburt besorgen
  • Unsere Kliniktasche schon vor dem errechneten Geburtstermin gepackt haben
  • Wir unsere Familie und Freunde mit einbeziehen und um Unterstützung bitten
  • Einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen
  • Uns gesund und nährstoffreich ernähren und auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Ein Spaziergang in der Natur, Treffen mit Freunden und gemütliche Ruhepausen tun uns und dem Ungeborenen sehr gut.

Alles, alles Gute für Sie und Ihr Baby und eine wunderschöne Zeit!


Das dritte Trimester unserer Schwangerschaft liegt nun hinter uns und die Geburt steht an. Informationen über die anderen Schwangerschaftsdrittel gibt es hier:

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