Studium mit Kind: von der Unmöglichkeit des Möglichen

Kind und Studium - während des Studiums ein Baby

Manchmal kommt es im Leben anders als geplant. Das wichtigste hierbei aber ist, den Fokus für das Wesentliche nicht zu verlieren. Ein Kind im Studium bedeutet eine klare Aufspaltung der Ressourcen. Damit das Studium nicht unterbrochen wird und das Kind trotzdem nicht zu kurz kommt, lässt sich aber durch einen gut organisierten Tagesablauf das Studium mit Kind bewältigen. Als Magazin für die Familie möchten wir im Folgenden ein paar Interessante Fakten für junge Väter und Mütter aufzeigen. Denn die Statistik zeigt, dass letztendlich nur 44 Prozent der Studenten mit Kind die finanzielle Situation als gesichert ansieht.

 

Kind und Studium

Auch, wenn die Zahlen und Fakten der Statistik zur Kinderarmut in Deutschland erschreckend wirken, sollten sich ein Student mit Kind nicht abschrecken lassen. Auch Schwangere und Alleinerziehende erhalten finanzielle Unterstützung und Hilfe bei der Kinderbetreuung. Trotzdem ist ein Umdenken beim Umgang mit dem Geld nötig, wenn ein Studium angetreten wird, um die schwierige Doppelaufgabe zu meistern. In schwierigen Situationen bieten die Hochschulen und Universitäten auch psychologische Hilfe an. Was kostet ein Kind monatlich bis zum 18. Lebensjahr?

 

Ist Schwangerschaft oder ein Kind während des Studiums ein Problem?

Junge Studentin mit Kind sucht finanzielle UnterstützungDas Studium sollte einer der wichtigsten Punkte im Leben sein, der den Weg zum späteren Berufseinstieg ebnet. Viele Studenten brechen bereits unter den Anforderungen ihres Studiums zusammen oder sehen den Weg zum Ziel noch in weiter Ferne. Wenn trotz aller Planung plötzlich ein Kind zwischen dem Studium steht ist die Panik groß. Doch Resignation ist nicht der richtige Weg, denn beides verdient gleichermaßen Aufmerksamkeit. Auch mit Kind lässt sich der Wunsch des Studiums durchaus bewerkstelligen, wie Erfahrungen zeigen, und jede Hürde ist dazu da überwunden zu werden, wenn der Wille hierfür vorhanden ist. Kind und Studium zu vereinen ist daher keineswegs eine Zauberei, die nicht lösbar wäre.

Laut der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks bestreiten etwa 7 % aller aktuell studierenden Menschen in Deutschland ein Studium mit Kind. Und viele dieser Studenten sind zum Schluss glücklich und dankbar, dass sie einen Pfad eingeschlagen haben der ihnen nicht nur den Abschluss des Studiums ermöglicht hat, sondern auch die Erfahrung geschenkt hat, das Wunder des Lebens mit Kindern im Studium genießen zu dürfen. Diese Statistiken zeigen auch auf, dass Studenten mit Baby durchaus keine komplette Ausnahme sind und gute Chancen auf einen Abschluss haben.

 

Organisation eines Studiums mit Kind

Eines der größten Probleme bei einem Kind im Studium ist sicherlich das Management von Hausarbeiten und Vorlesungen in Kombination mit den alltäglichen Familienaufgaben. Häufig springt anfangs die Familie oder der Freund ein und kann sich während stressigen Zeiten um das Wohl des Kindes kümmern. Der generelle Tagesablauf im Vergleich zu den Kommilitonen hat sich allerdings spätestens mit einem Kind im Studium verändert. Bislang selbstverständliche Dinge wie Feiern oder ein spontanes Treffen nach den Vorlesungen oder Prüfungen müssen zu Gunsten des Kindes nach hinten geschoben werden. Die neue Organisation des eigenen Lebens birgt jedoch auch Chancen. Eine Verbesserung der Softskills ist in jedem Fall zu erwarten. Kind und Studium lassen sich mit der richtigen Organisation vereinbaren – vor allem, wenn die Kinderbetreuung geregelt ist, klappt es mit dem Familienalltag.

 

Studieren mit Kind finanzieren

Neben der organisatorischen Frage stellt sich aber vor allem die der finanziellen Möglichkeit, nach der Schwangerschaft, solch ein Studium zu absolvieren. Die Finanzierung eines Studiums mit Kind ist nicht einfach, dennoch möglich. Da wäre zum einen das Elterngeld, welches 12, maximal 14 Monate lang ausbezahlt wird und mindestens 300 aber maximal 1800 Euro beträgt. Für Studierende gibt es in der Regel kein Arbeitslosengeld, doch die Schwangerschaft macht hier zumindest jene Ausnahme, dass ein Mehrbedarf geltend gemacht werden kann – so wie eine Erstausstattung fürs Kind.

Staat und Kommunen halten einige Lösungen parat: Finanzierung eines Studiums mit Kind.

Wenn vor der Schwangerschaft und Geburt des Kindes gearbeitet wurde besteht auch ein Anspruch auf Mutterschaftsgeld. Dieses wird sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt ausgezahlt. Allerdings ist das Mutterschaftsgeld einkommensabhängig und wird auch nur dann ausgezahlt, wenn die Mutter selber und nicht über ihren Partner gesetzlich versichert ist. Zusätzlich hierzu erhält jeder, der ein Kind in Deutschland bekommt und dort auch seinen Wohnsitz hat, Kindergeld (Tipps zum Kindergeldantrag). Auch beim Erhalt vom BAföG gibt es den so genannten Kinderbetreuungszuschlag, der ein Studium mit Kind erheblich erleichtert, auch wenn es sich hierbei um „nur“ zusätzliche 113 Euro im Monat handelt. Gegebenenfalls ist auch ein Kinderzuschlag zur finanziellen Unterstützung möglich.

Zuschüsse und Stipendien für Studenten mit Kind sind häufig von Stiftungen zu erhalten.

Weitere finanzielle Leistungen können unter Umständen von verschiedenen Stiftungen zu erhalten sein. Zum Beispiel die Bundesstiftung Mutter und Kind kann je nach individueller Situation helfen, aber auch andere Stiftungen vergeben Stipendien und Zuschüsse für Studenten mit Kind. Einzelne Universitäten und Hochschulen haben ähnliche Programme, die direkt im zuständigen Büro erfragt werden sollten. Informationsmaterial und Beratung sowie Hilfe bei den Anträgen gibt es in fast allen Einrichtungen.

 

Kinderbetreuung während des Studiums

Während des Studiums schwanger zu werden ist erst einmal kein so großes Fiasko, wie es vielleicht manchmal dargestellt wird. Die ersten Hindernisse treffen erst nach der Schwangerschaft während des Studiums ein. Studieren mit Kind & Finanzierung haben wir im letzten Abschnitt angesprochen. Jedoch stellt sich dann die Frage, welche Kinderbetreuungsangebote es gibt, um Kind und Studium optimal unter einen Hut zu bringen. Meist sind die Warteplätze für viele Kita-Plätze lang, deshalb ist es ratsam schon während der Schwangerschaft nach einem Platz zu suchen und das Kind unmittelbar nach der Geburt dort anzumelden, um das Studieren mit Kindern zu ermöglichen. Aber auch alternative Kinderbetreuung stellt heute eine Möglichkeit als Alternative zum Kita-Platz dar.

Mama und Papa studieren noch: Kinderbetreuung während eines Studiums.

Wenn das Kind erst einmal aus dem Gröbsten raus ist und den Platz in der Kita in Anspruch genommen hat, lockert sich die Tagesplanung des allgemeinen Studiengangs auf und führt zu einer enormen Erleichterung im Alltag mit Kind und Studium. Viele Sozialberatungsstellen der Studentenwerke helfen in solchen Situationen gerne weiter und vermitteln Kinder im Studium entweder an die Studentenwerkskita oder entsprechend umliegende Einrichtungen. Ein Studium mit Kind kann also durchaus sowohl finanziell, als auch betreuungstechnisch durchführbar sein. Studieren mit Kindern wird von vielen Hochschulen unterstützt. Insbesondere Onlinestudiengänge und Fernstudiengänge sind für die (werdenden) Eltern interessant. Aber auch viele Fachbereiche haben ihr Lehrangebot darauf eingerichtet, dass die familiären Aufgaben nicht zur kurz kommen. Studierende mit Familienaufgaben können außerdem häufig ein Teilzeitstudium beantragen.

Hochschulen bieten häufig auch ein Eltern-Kind-Zimmer sowie Still- und Wickelräume an.

Die einzelnen Bundesländer haben verschiedene Konzepte, was die Kinderbetreuung angeht. In Berlin beispielsweise werden Kita-Gutscheine ausgegeben. Einen solchen benötigen studierende Eltern, um einen Platz für ihren Nachwuchs zu bekommen. Der Kita-Gutschein wird im Jugendamt des Wohnbezirks gestellt.

 

Ein Studium mit Kind ist kein Weltuntergang

Nach dem ersten Schock sollten die positiven Dinge und Erfahrungen aus den Situationen gezogen und die vorhandenen Hilfsangebote für Kinder im Studium angenommen werden. Babys und Kinder im Studium sollten als etwas Schönes wahrgenommen und als eine Bereicherung angesehen werden, die uns allen vielleicht ab und an die Grenzen des scheinbar Machbaren aufzeigen, uns aber stets in Staunen versetzen, da solche Hürden, mit gutem Willen und Hilfe, überwunden werden können. Und zu guter Letzt gibt es nichts Schöneres, als ein Kind, was uns vor Augen hält, dass die Mühe schließlich eine gute Investition in die Zukunft darstellt … eine gute Erfahrung. Genau aus diesem Grund sollten Eltern beim Studieren nicht verzagen, denn Kinder ermöglichen auch ganz neue Perspektiven.

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